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Masterminds
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© Central Film © Senator Film

Kritik: Masterminds (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

David sieht nicht nur aus wie ein Hinterwäldler, er benimmt sich auch komplett unbeholfen. Aber die Liebe zu Kelly lässt ihm Flügel wachsen und so sorgt David bald im ganzen Land für Schlagzeilen. Die unglaubliche Gaunergeschichte, die Regisseur Jared Hess erzählt, basiert auf einem wahren Fall: 1997 erbeutete eine Gruppe von Kleinbürgern und Trailerparkbewohnern die unvorstellbare Summe von 17 Millionen Dollar. Im Abspann des Films werden die wahren Protagonisten gezeigt. Längst sind sie aus der Haft wieder entlassen und David genießt den Angaben zufolge das gute Leben in Florida. Von der Beute blieben zwei Millionen Dollar bis heute unauffindbar. Die Komödie spitzt diese reale Vorlage zu einer herrlich überdrehten Farce zu, in der die Figuren zunächst alle recht unterbelichtet wirken und es zumindest vorübergehend dennoch weit bringen.

David und Kelly haben beide das Herz am rechten Fleck, aber das hindert die Frau nicht, den Verliebten als Tölpel zu betrachten, den man hintergehen und ausnutzen kann. Sie folgt den Anweisungen von Steve, der davon träumt, endlich mit einem Coup in den Fernsehnachrichten zu landen. Das ist in erster Linie die Motivation dieses sozial schwachen Bürgers und nicht so sehr der Wunsch seiner Frau Michelle (Mary Elizabeth Ellis), mal wieder shoppen gehen zu können. Doch mit den 17 Millionen, die David dann in stundenlanger Handarbeit in einen Lieferwagen packt, schaffen Steve und Michelle einen kometenhaften sozialen Aufstieg. Und Jandice erfährt vom FBI – die Beamten ergeben ein markantes Paar - , dass ihr Bräutigam in Mexiko weilt. Die urigen Charaktere, die den Helden David im Stich lassen oder ihm wenig nützen, werden von einem psychopathischen Auftragskiller komplettiert, der sein Lächeln gefrieren lässt. Das alles wird herrlich inkorrekt und mit Lust an der Übertreibung erzählt. Angesichts des Vollbarts und der perückenhaften Frisur von David sowie seinem lächerlichen Gehabe mag man zunächst kaum glauben, dass die comedyhafte Schauspielerei in diesem Film tatsächlich lustige und authentische Figuren ergibt. Die deftige Komödie jongliert kunstvoll mit dem Klamauk, kapituliert aber nicht vor ihm. Zu den verbalen Fettnäpfchen kommt ausgereifter Action-Slapstick hinzu. So muss man als Zuschauer konstatieren, dass eine Komödie ruhig albern aussehen kann, wenn es nur genug zu lachen gibt.

Fazit: Einem tölpelhaften Anti-Helden lässt die Liebe Flügel wachsen und er stiehlt 17 Millionen Dollar, womit seine Bewährungsprobe erst richtig anfängt. Dieser herrlich überdrehten Komödie, die auf einem wahren Fall basiert, gelingt mit ihren deftig gespielten Charakteren selbst ein ansehnlicher Coup.




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