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By the Sea
By the Sea
© Universal Pictures International Germany

Kritik: By the Sea (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Zum zweiten Mal steht das Megastar-Ehepaar Angelina Jolie und Brad Pitt hier vor der Kamera. Der erste Film war "Mr. und Mrs. Smith" von 2005, am Set zu diesem Film lernten sie sich damals kennen und lieben. Dass Jolie auch hinter der Kamera als Regisseurin eine gute Figur macht, bewies sie mit ihren ersten beiden Regiearbeiten, den Dramen "In the land of blood and honey" (2011) und "Unbroken" (2014). "By the sea" seziert penibel die sich in einer tiefen Krise befindliche Ehe zwischen zwei labilen Personen mit komplexen Wesenszügen. "By the sea" entstand im Herbst 2014 auf der Insel Malta. Das Budget des Films betrug rund 10 Millionen Dollar.

Ebenso wie die filmische Beschreibung einer Beziehungs-Krise und gescheiterten Ehe in Ingmar Bergmans "Szenen einer Ehe" (1973), versucht auch "By the sea", den Kampf eines Paares um seine Liebe zu zeigen. Leider gelingt dies dem Film jedoch zu keiner Zeit so intensiv und glaubwürdig, was nicht nur an den gestelzten, kitschigen Dialogen sondern auch an der Banalität des Gezeigten liegt. Vor allem an letzterem. Denn so richtig viel passiert in dem Film nicht, weshalb einem die ohnehin langen 130 Minuten Laufzeit eher wie drei quälende Stunden voller Seelen-Striptease und Hochglanz-Depression vorkommen. Die meiste Zeit über verbringen die beiden Protagonisten damit, sich wahlweise anzuschweigen, zu streiten oder – getrennt voneinander – mit einem Blick aus dem Fenster die idyllische Natur und die atemberaubende Aussicht zu genießen.

Ansonsten sieht man Brad Pitt, wie er als in einer Sinnkrise steckender Schriftsteller vor allem eines tut: trinken und besoffen auf Parkbänken liegen. Angelina Jolie hingegen schmeißt sich eine Beruhigungs- und Schlafpille nach der anderen ein. Ein wenig dramaturgische Fahrt und Spannung nimmt der Film auf, als Vanessa das Loch in der Wand erblickt. Dieses ermöglicht den Blick in eine andere Wellt, so wie sie für Vanessa und Roland auch mal war, einst. Damals, in den ersten Jahren der Beziehung. Allerdings wird das Beobachten des anderen Paares beim Sex durch das Loch auch irgendwann so, wie der Rest des Films: ermüdend.

Fürs Auge bietet der Film dennoch einiges: Jolie gelingen erlesene, sinnlich-betörende Bilder vor allem vom prachtvollen Drehort Malta, das im Film Frankreich darstellt. Wenn sich Vanessa unter sonnendurchflutetem Licht auf dem hübschen Balkon des Zimmers auf ihrer Liege räkelt, dann ist das freilich schön und ästhetisch anzusehen – aber einfach zu wenig für ein Drama, das den Zuschauer packen und begeistern will.

Fazit: Optisch bestechende, dekadente Fabel über das langsame Scheitern einer Ehe mit viel Leerlauf und – wenn mal etwas gesprochen wird - inhaltsleeren Phrasen sowie kitschigen Floskeln. Aufgrund der fehlenden Dramaturgie kommt schnell nur noch Langeweile auf.




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