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Suicide Squad
Suicide Squad
© Warner Bros.

Kritik: Suicide Squad (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Am Startwochenende in Nordamerika schlug "Suicide Squad", der dritte Beitrag im fortlaufenden "DC Extended Universe", ein wie eine Bombe. Trotz schlechter Kritiken strömten die Menschen scharenweise in die Kinos und machten die Produktion aus dem Hause Warner Brothers zum gewinnbringendsten August-Auftakt aller Zeiten. Der Erfolg zeigt überdeutlich, wie groß die Vorfreude des Publikums gewesen ist, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die US-Journalisten mit ihrem negativen Urteil Recht behalten. Gemessen am Potenzial, das die illustre Antiheldentruppe aus "Suicide Squad" bietet, ist der Film, den Regisseur und Drehbuchautor David Ayer ("Herz aus Stahl") zusammengebastelt hat, ein echter Dämpfer für die künstlerisch bislang nicht wirklich überzeugende DC-Kinoreihe.

Schon bei "Man of Steel" und "Batman v Superman: Dawn of Justice" dachte man immer mal wieder sehnsüchtig an die packenden wie klugen Comic-Adaptionen eines Christopher Nolan zurück, die dem "Dark Knight" von Gotham City einen modernen Anstrich verpassten. Die neuerlichen DC-Verfilmungen, mit denen das Warner-Brothers-Studio ein zusammenhängendes, düsteres Universum aus der Taufe hob, fielen im Vergleich deutlich ab, selbst wenn der jüngste Clash zwischen Batman und Superman einige spannende Einfälle zu bieten hatte. Abhilfe – so hoffte man – könnte der dritte Reihenbeitrag mit seinen schrägen, unkonventionellen Protagonisten schaffen. Doch auch in diesem Fall kommen die Macher nicht über einige gelungene Ansätze hinaus. Das Gesamtergebnis ist ein inhaltlich dürftiger, zunehmend eintöniger Krawallstreifen, dem eine genauere Charakterzeichnung sicher nicht geschadet hätte.

Der Einstieg fällt allerdings noch recht vielversprechend aus, da Ayer den Zuschauer mit seinem Figurenpersonal auf augenzwinkernde, schwungvolle und prägnante Weise vertraut macht. Besonders hervorstechen können bereits an dieser Stelle – vor allem mit lässig-amüsanten Sprüchen – der ultrapräzise Auftragskiller Deadshot (cool wie zu besten Zeiten: Will Smith) und die verrückte Ex-Psychiaterin Harley Quinn (herrlich überdreht: Margot Robbie), die mit dem Anarcho-Schurken Joker (Jared Leto) verbandelt ist. Die übrigen Mitglieder des von Amanda Waller (angemessen abgebrüht: Viola Davis) ins Leben gerufenen Verbrecherkommandos bleiben hingegen eindimensionale Funktionsfiguren, denen das Drehbuch allenfalls alibimäßige Entwicklungs- und Offenbarungsmomente zugesteht. Ähnliches gilt leider auch für die antagonistische Urzeit-Hexe Enchantress, die von einem albernen Effektgewitter umgeben ist und dank Cara Delevingnes ausdrucksschwacher Performance ohne bedrohliche Aura auskommen muss.

Der Plot, den Ayer rund um die unangepasste Antiheldengruppe gestrickt hat, beschränkt sich auf einen beliebigen, überraschungsarmen Rettungsparcours mit krachend-spektakulären Actioneinlagen. Da der Geschichte ein doppelter Boden fehlt und die Figuren nur selten Zeit bekommen, ihre Lage zu reflektieren, machen sich im Getöse auf Dauer Ermüdungserscheinungen breit. Eine ernüchternde Erkenntnis bei einem Superheldenfilm, der das Publikum eigentlich die ganze Zeit an die Leinwand fesseln will. Angesichts der hier verpassten Chancen ist es mehr als fraglich, ob die für 2017 angekündigten neuen DC-Beiträge "Wonder Woman" und "Justice League" endlich einen kreativen Durchbruch bringen.

Fazit: Eine schräge, zum Teil aber blass gezeichnete Antiheldentruppe wird in eine öde Actionmission geworfen, die keine erzählerischen Ambitionen erkennen lässt. Heißt übersetzt: Dem "DC Extended Universe" bleibt auch mit "Suicide Squad" der große Durchbruch verwehrt.





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