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Mission: Impossible - Fallout
Mission: Impossible - Fallout
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Mission: Impossible - Fallout (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit einem satten Budget von 170 Millionen Dollar inszenierte Regisseur Christopher McQuarrie seinen Film ab April 2017 in Frankreich, England, Neuseeland und Norwegen. Als einer der ausführenden Produzenten fungierte J. J. Abrams ("Star Wars – Das Erwachen der Macht"), der 2006 den dritten "Mission: Impossible drehte. Hauptdarsteller Cruise und McQuarrie kannten sich bereits durch ihre gemeinsame Arbeit an "Mission: Impossible – Rogue Nation" sowie "Edge of Tomorrow". Seine Weltpremiere feierte der Film am 12. Juli in der Stadt, in der auch weite Teile der Handlung angesiedelt sind: In der französischen Hauptstadt Paris.

Christopher McQuarrie lässt sich lange Zeit, um die etlichen, an der Story beteiligten Charaktere einzuführen und um deren Ziele sowie persönliche Motivationen zu veranschaulichen. An dieser Stelle zeigt sich bereits ein erstes Problem, das den Film in seiner Gesamtheit ziemlich verworren und teils stark überladen erscheinen lässt. Spätestens ab der Mitte des Films könnte für viele Zuschauer aufgrund der immer komplexer werdenden Geschichte und der Vielzahl an handelnden Figuren die Verwirrung einsetzen. Problematisch ist zudem, dass einige der für die Story wesentlichen Personen ein (mehr als) doppeltes Spiel spielen – und gar als Drei- oder Vierfachagenten auftreten.

Die Folge davon: Man verliert den Überblick über die wahren Absichten und die eigentliche Zugehörigkeit der Protagonisten, wodurch zusätzliche Konfusion gestiftet wird. Zudem leidet darunter die Authentizität der Story in erheblichem Maße. Zu oft wechselt etwa der von Henry Cavill gespielte CIA-Killer Walker die Seiten, zu häufig verkehren sich dessen Verhaltensweisen und Methoden unvermittelt radikal ins Gegenteil. Dasselbe gilt etwa auch für die MI6-Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson). All diese vermeidbaren Mätzchen lassen die Laufzeit auf epische, zähe 145 Minuten anschwellen.

Hinzu kommt, dass sich die Grundprinzipien der M:I-Produktionen, auf denen der Erfolg der Serie beruht, doch merklich abgenutzt haben. Es sind die stets gleichen Rezepte und Elemente, auf die die Macher setzen. Und die niemanden mehr überraschen können: Von den sich selbst zerstörenden Botschaften über die immer gleichen Witze von Sidekick Benji Dunn bis hin zum obligatorischen, krachend-brachialen Bombast-Finale, dessen Glaubwürdigkeit und Realitätsbezug man nicht hinterfragen sollte.

Auf eines aber kann man sich bei "Fallout" verlassen: Die dynamisch-rasanten, kraftvollen Action-, Kampf- und Verfolgungssequenzen sind allesamt herausragend und sorgen dafür, dass der Film am Ende eben doch keine Enttäuschung ist. In Erinnerung bleibt – neben einer spektakulären Prügelszene auf einer mit strahlend weißen Wänden ausgestatteten Toilette – in erster Linie die zehnminütige, atemlose Verfolgungsjagd durch die engen Gassen und Straßen von Paris. Selten sorgte eine innerstädtische Verfolgungsjagd beim Betrachten vom sicheren Kinosessel aus für einen derart hohen Puls und so viel Nervenkitzel.

Fazit: Die atemberaubenden Actionszenen und eine an physischer Urgewalt und Dringlichkeit nur schwer zu überbietende Kampfszene in einer Herrentoilette, heben den inhaltlich überladenen sechsten M:I-Teil knapp über Durchschnitt. Das größte Problem ist, dass sich die immer gleichen Charakteristika und Elemente des Franchise mittlerweile erschöpft haben.




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