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Kritik: Ocean's Eight (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Ocean's Eleven" (2001) sowie dessen Sequels "Ocean's Twelve" (2004) und "Ocean's 13" (2007) – alle inszeniert von Steven Soderbergh – zeichneten sich durch gewandte Dialoge, durch einen leichten, aber twistreichen Plot sowie durch eine stylishe audiovisuelle Umsetzung mit vielen Stars aus. "Ocean's Eight" von Gary Ross, welcher zusammen mit Olivia Milch auch das Skript schrieb, steht dem in nichts nach; erneut wird humorvolle, elegante Kino-Unterhaltung mit einem namhaften Cast geboten.

Bereits die Vorstellung der Figuren im ersten Akt ist überaus amüsant – etwa wenn sich die frisch aus der Haft entlassene Protagonistin Debbie Ocean (Schwester von Danny Ocean aus der ursprünglichen "Ocean's"-Trilogie) in einem Luxuskaufhaus teure Kleidung sowie Kosmetik durch cleveren Betrug verschafft oder wenn die Modeschöpferin Rose Weil eine desaströse Präsentation ihrer aktuellen Kollektion erlebt. Auch die Planung und Durchführung des kollektiv verübten Juwelenraubs im Rahmen der glamourösen, von etlichen Prominenten besuchten Met-Gala hält viele gelungene Ideen bereit.

Schade ist hingegen, dass der Film letztlich um eine Spur zu luftig-locker geraten ist. Das Heist-Genre ist seit jeher männlich dominiert – weshalb die durchweg weibliche Besetzung der Hauptparts zahlreiche Möglichkeiten eröffnet. Diese bleiben hier allerdings weitgehend ungenutzt – insbesondere der blasse Antagonist Claude Becker (verkörpert von Richard Armitage), an welchem Debbie sich rächen möchte, ist eine Enttäuschung. Die Bezüge und Parallelen zu der Männer-Truppe um George Clooney sind zudem eher unnötig; Debbie und Co. hätten problemlos in einem völlig eigenständigen Werk funktioniert.

Das achtköpfige Schauspiel-Team weiß rundum zu überzeugen; einigen Mitgliedern (etwa Mindy Kaling und Rihanna) hätte man indes deutlich mehr Raum zur Entfaltung gewünscht. Neben Sandra Bullock und Cate Blanchett, die als befreundetes Duo wunderbar miteinander harmonieren, sowie der herrlich überdreht agierenden Anne Hathaway ragt Helena Bonham Carter als Fashion-Designerin heraus. Während die Exzentrik der Britin in den Arbeiten von Tim Burton (zum Beispiel in "Sweeney Todd") stets in Einklang mit der Eigentümlichkeit des gesamten Werks steht, mutet ihre entrückte Art in einem vergleichsweise konventionellen Film wie "Ocean's Eight" wie eine unverhoffte Improvisation an – als sei Bonham Carter in diesem perfekt durchkomponierten Hollywood-Produkt die Einzige, die keinerlei Regie-Anweisungen befolgt und sich spontan ihren Text sowie ihre Bewegungen ausdenkt. Diese Darstellungsweise sorgt in etlichen Szenen für lustige Momente.

Fazit: Eine Heist-Komödie mit Wortwitz und Stil sowie einem spielfreudigen Frauen-Ensemble, aus dem die großartige Helena Bonham Carter hervorsticht. Insgesamt hätte der Film jedoch noch etwas mehr Biss vertragen können.




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