VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Bumblebee
Bumblebee
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Bumblebee (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Nach fünf "Transformers"-Filmen erzählt das Spin-Off gewissermaßen die Vorgeschichte aller bisherigen Werke, da es zeitlich weit vor dem Franchise angesiedelt ist. Mit einem Budget von über 100 Millionen US-Dollar, drehten Regisseur Travis Knight und sein Team ab Juli 2017 unter anderem in den US-amerikanischen Großstädten San Francisco und Los Angeles. Für Knight, der bislang vor allem als Animator und Special-Effects-Künstler arbeitete, ist es nach "Kubo – Der tapfere Samurai" (2016) die zweite Regie-Arbeit.

"Bumblebee" verfügt über etwas, dass den von orgiastischen Materialschlachten und übertriebenen Effekte-Gewittern durchzogenen "Transformers"-Filmen spätestens ab dem dritten Teil abging: Herz und Gefühl. Denn zum ersten Mal überhaupt stehen bei einem Film aus dem "Transformers"-Universum nicht die überladenen, pompösen Actionszenen und die Schauwerte im Zentrum. Immer lauter, greller und schneller – das war das Motto von Regisseur Michael Bay. Travis Knight hingegen schaltet erfreulicherweise einen Gang zurück, lässt es ruhiger angehen und richtet sein Augenmerk ganz auf die Beziehung zwischen Mensch und Maschine, zwischen Charlie und dem liebenswerten Autoroboter Bumblebee.

Erfreulich ist außerdem, dass sich Knight Zeit für die Entfaltung der unterschiedlichen Charaktere nimmt. So ist gerade der traumatisierte Bumblebee zu Beginn (auf sympathische Art) verwirrt und arg schüchtern, fällt es ihm doch sichtlich schwer, sich in dieser für ihn fremden menschlichen Welt zurechtzufinden. Das führt ein ums andere Mal zu wahrlich herzerwärmenden, rührenden Momenten, etwa wenn es zur ersten Begegnung zwischen Charlie und ihrem neuen Gefährten kommt. In diesen emotionalen Momenten erinnert "Bumblebee" häufig an familientaugliche Sci-Fi- und Fantasy-Märchen wie "E.T.", "A.I." oder "Edward mit den Scherenhänden". In ihnen schwingt aber meist auch eine gehörige Portion Witz mit, wodurch Knight kitschige Gewässer gekonnt umschifft. Das ist erfrischend und abwechslungsreich, da Humor den klinisch steril wirkenden, von industrieller Kälte bestimmten "Transformers"-Filme ohnehin immer schon abging.

Großartig sind zudem einige nostalgische Anspielungen und witzige, augenzwinkernde Verweise auf die Popkultur jener Zeit, etwa auf einen der erfolgreichsten Popsongs von 1987: Rick Astleys "Never gonna give you up". Fans der Ursprungs-Reihe müssen indes nicht besorgt sein: Auch "Bumblebee" verfügt über etliche tolle Verfolgungsjagden und kühne Actionszenen, nicht zuletzt im Finale. Jedoch ist hier alles etwas realistischer und geerdeter - und damit weniger ungestüm und krawallig als unter Michael Bay.

Fazit: "Bumblebee" rettet das angeschlagene "Transformers"-Franchise: Herausgekommen ist ein emotionales, mit Humor und Action gespicktes Sci-Fi-Abenteuer für die ganze Familie, das den Schwerpunkt auf die Beziehung zwischen Mensch und Maschine legt.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.