VG-Wort

oder
Benjamin Blümchen
Benjamin Blümchen
© Studiocanal

Kritik: Benjamin Blümchen (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Seit 40 Jahren zählt Benjamin Blümchen zu den beliebtesten Hörspiel- und Zeichentrickfiguren überhaupt. Erfunden hat ihn die österreichische Autorin Elfie Donnelly, die sich auch Bibi Blocksberg ausdachte. Die Erfolgszahlen sind beachtlich: Bis heute wurden über 60 Millionen Hörspiele und rund 25 Millionen Bücher über den Zuckerstücke liebenden Elefanten verkauft. Bei "Benjamin Blümchen" handelt es sich um den ersten Kinofilm über das sprechende Tier.

Regisseur Tim Trachte tut einiges dafür, um beim (etwas älteren) Zuschauer ein nostalgisches Gefühl entstehen zu lassen und sich an die legendären, bei Fans beliebtesten Hörspiele der 80er-Jahre und 90er-Jahre erinnert zu fühlen. So ist der seit 1994 aktive Benjamin-Sprecher Jürgen Kluckert mit an Bord, zudem gibt es die legendäre Originalmusik aus den Anfangstagen zu hören. Außerdem darf man sich auf ein Wiedersehen mit nahezu allen bekannten und populären Figuren aus dem Benjamin-Blümchen-Universum freuen: von der rasenden Reporterin Karla Kolumna bis hin zum liebenswürdigen Tierpfleger Karl.

Und ebenso beim (Slapstick-) Humor verlässt sich der Film auf Altbewährtes: Denn wie aus den Hörspielen und der Zeichentrickserie bekannt, generiert "Benjamin Blümchen" die besten Momente und heitersten Szenen aus der Tollpatschigkeit der knuffigen Titelfigur. Wenn Benjamin immer wieder Missgeschicke passieren und er für mächtig Chaos und Trubel im Zoo-Alltag sorgt, dann hat das durchaus Charme und Witz. Nicht zuletzt weil man dem "riesigen, grauen Berg" einfach nie böse sein kann.

Kritikpunkte ergeben sich bei Benjamins erstem Kinofilm ausgerechnet bei den Versuchen, die Geschichte und die Figur zeitgemäßer zu gestalten bzw. einer Frischzellenkur zu unterziehen. So wirkt ein im Agenten- bzw. Spionage-Milieu angelegter Subplot (angereichert mit klaren Referenzen an "Mission: Impossible") seltsam deplatziert und in Sachen Optik sowie technischer Umsetzung muss man gar von einer mangelhaften Qualität sprechen: Die wenig plastisch gestalteten Hintergründe wirken – ebenso wie der animierte Elefant selbst – zu künstlich. Die Animationen fügen sich folglich kaum in die reale Welt ein und erscheinen eher wie ein (wenig ansehnlicher) Fremdkörper im Film.

Fazit: Trotz einiger gelungener Wohlfühl-Momente und eines hohen Nostalgiefaktors verkommt "Benjamin Blümchen" aufgrund der enttäuschenden visuellen Umsetzung und befremdlich anmutender Nebenstränge zu einem durchwachsenen filmischen Erlebnis.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.