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Angry Birds 2 - Der Film
Angry Birds 2 - Der Film
© Sony Pictures

Kritik: Angry Birds 2 - Der Film (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In "Angry Birds – Der Film" von 2016 stieg der Vogel Red vom zornigen Außenseiter zum Helden der Vogelinsel auf. Nun ergreift er die Gelegenheit, sich erneut als Retter zu profilieren, als die feindlichen Nachbarn von der Schweineinsel um Hilfe bitten. Die beiden Inseln werden von Wurfgeschossen aus Eis attackiert, die von einer dritten Insel stammen. Für Red wird die gemeinsame Expedition auf unvermutete Weise zur Bewährungsprobe. Er muss nämlich seine Teamfähigkeit stärken und vor allem ertragen, dass ihm die selbstbewusste Vogelfrau Silver in mancher Hinsicht überlegen ist.

Red und die anderen flugunfähigen Bewohner der Vogelinsel wurden als freche Figuren eines 2009 erschaffenen Videospiels berühmt. Sie entsprachen so gar nicht dem im traditionellen Kino-Animationsfilm gepflegten Klischee der stets niedlich-unschuldigen Vögelchen. Die bissig-ironischen Dialoge, die oft den Eindruck erwecken, sie seien eher für Erwachsene bestimmt, und das aufgedrehte Tempo des ersten Kinoabenteuers der zornigen Vögel prägen auch die Fortsetzung. Inszeniert von Thurop Van Orman und seinem Co-Regisseur John Rice, bietet der Animationsfilm turbulente Unterhaltung, in der laute und grelle Töne über Feinsinn triumphieren.

Nicht nur Kinder, auch Erwachsene bekommen maßgeschneiderte Witze serviert. So nimmt Red missmutig an einem anstrengenden Speed Dating teil, bei dem ihn seine spätere Teamgenossin Silver abblitzen lässt. Und einer der Adler im Gefolge der bösen Zeta liest ein Buch, dessen Titel auf den Roman "Crazy Rich Asians" anspielt. Für alle Generationen gleichermaßen lustig dürfte die gelungene Nebenhandlung sein, in der putzige Vogelküken drei Vogeleier retten wollen und sich dabei immer größere Schwierigkeiten aufhalsen.

Die Haupthandlung hingegen ist so prall gefüllt mit Action, Dialogen und ständig neuen Einfällen, dass es stellenweise nicht leicht erscheint, mit ihrer schnoddrigen Sprunghaftigkeit Schritt zu halten. Letztlich aber ist der Ton versöhnlich, ganz im Dienst der filmischen Botschaft, dass es nicht so sehr auf heldenhafte Alleingänge, wie auf das Miteinander ankommt. Dass Red so viel Einsicht und pädagogisch wertvolle Sprüche zugemutet werden, macht ihn erstaunlicherweise gar nicht wütend. Dieses ‚Angry Bird‘ hat sich wirklich gemausert.

Fazit: In der Fortsetzung der Animationskomödie "Angry Birds – Der Film" von 2016 will sich der Vogel Red erneut als Held der Vogelinsel bewähren. Diesmal muss er gemeinsam mit seinem Erzfeind, dem grünen Schweinchen Leonard, und weiteren Mitstreitern gegen einen neuen Gegner antreten. Der Kampf gegen die böse Adlerfrau Zeta und ihre Leute fordert Red schon deswegen heraus, weil er nicht besonders teamfähig ist. Die Zuschauer erwartet ein turbulenter, actionreicher Film mit schnell abgefeuertem Dialogwitz, der die ältere Generation nicht vernachlässigen will.




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