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Mamma Mia! Here We Go Again
Mamma Mia! Here We Go Again
© Universal Pictures International

Kritik: Mamma Mia! Here We Go Again (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Zehn Jahre nach dem immens erfolgreichen ersten Teil, fanden sich für die Fortsetzung fast alle relevanten Darsteller von "Mamma Mia" wieder zusammen. Ergänzt wird der prominente Cast u.a. durch Lily James und Andy Garcia. Inszeniert wurde der Film von Ol Parker, der auch das Drehbuch schrieb. Anders als beim Erstling, beruht "Here we go again" nicht auf einem ABBA-Musical. Der Film, der von August bis Dezember 2017 in Kroatien und England gedreht wurde, feierte am 16. Juli in London Weltpremiere.

Anwesend waren auch die früheren ABBA-Mitglieder Benny Andersson und Björn Ulvaeus. "Here we go again" ist ein luftig-leichter Sommerfilm, der mit seinen betörenden Schauplätzen und – der kroatischen Riviera sei Dank – tropisch anmutenden Kulissen perfekt zu den warmen Temperaturen passt. Getrost kann man, wie schon bei "Mamma Mia", seinen Gehirnwindungen mal eine Pause gönnen und sich von den bunten, einfallsreich choreographierten Performances (insgesamt geben die Darsteller 18 ABBA-Songs zum besten) berieseln lassen. Die Darbietungen sind freilich nie perfekt, weder in Sachen Gesangs- noch Tanzleistung, doch gerade dieser Umstand hat schon 2008 einen großen Reiz ausgemacht: dass die Schauspieler sich, ihre schrillen Auftritte und ihre Figuren nie zu ernst nahmen.

Mit einer gehörigen Portion Selbstironie und Leichtigkeit agieren dabei vor allem jene Darsteller, die man bereits aus dem ersten Film kennt: Die "alte Garde" um Skarsgard, Brosnan, Firth und Co., die allerdings erst im letzten Drittel des Films auftritt. Und freilich die großartige Meryl Streep, deren Performances (u.a. "The day before you came") erneut zu den überzeugendsten und emotionalsten zählen. Inhaltlich, dramaturgisch und in Sachen Figurentiefe sowie Charakterentwicklung darf man allerdings nicht zu viel erwarten. Diesbezüglich geht es ebenso seicht, glattpoliert und oberflächlich zu wie schon in "Mamma Mia". Aber "Here we go again" ist eben ein Film für die warme Jahreszeit, der nichts weiter als gute Laune verbreiten und unterhalten will. Das gelingt ihm.

In Sachen Songauswahl gebührt den Machern Respekt. Zu hören und zu sehen gibt es neben altbewährten, zeitlosen Kult-Klassikern der vier Schweden wie "Waterloo" oder "I have a dream" immer wieder auch weniger geläufige Raritäten und Albumsongs, die nur Fans bekannt sein dürften. Oder jenen, die die entsprechenden Alben zu Hause im Regal stehen haben. So z.B. "Why did it have to be me?" vom Album Arrival (1977) oder "Kisses of Fire" vom `79er-Meisterwerk "Voulez-Vous".

Fazit: Ähnlich naiv und wenig tiefgründig wie Teil eins, dafür genauso unterhaltsam, kurzweilig und mit gut aufgelegten (Alt-)Stars gespickt.




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