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Kritik: Gringo (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Gringo" stammt vom ehemaligen Stuntman Nash Edgerton, dem Bruder von Hauptdarsteller und Schauspiel-Star Joel Edgerton. Der im Frühjahr 2016 gedrehte Film wurde von Amazon produziert – und versammelt eine ganze Reihe prominenter Hollywood-Größen vor der Kamera. Darunter Joel Edgerton ("The Gift"), Thandie Newton ("2012"), Amanda Seyfried ("Chloe") und Charlize Theron ("Monster"). Nash Edgerton drehte vor seiner Karriere beim Film Musikvideos u.a. für Künstler wie Brandon Flowers oder auch Bob Dylan. Ihm gelang es, für "Gringo" die Tochter von Michael Jackson, Paris Jackson, für eine Mini-Rolle vor die Kamera zu locken.

Einmal abgesehen davon, dass der Plot dieser turbulenten, irrwitzigen Action-Komödie reichlich hanebüchen ist und so manches Gangsterfilm- und Drogenthriller-Klischee bedient: die Wandlung eines sympathischen Gutmenschen zum Möchtegern-Gangster, der sich an seinen Bossen zu rächen versucht und sich so in kriminelle Machenschaften verstrickt, ist ziemlich kurzweilig und extrem unterhaltsam geraten. Das liegt vor allem an zwei Dingen: zum einen sind in den Film derart viele überraschende Twists und amüsante Nebenhandlungen eingebaut, dass dem Zuschauer kaum Luft zum Atmen bleibt. Zum anderen verfügt "Gringo" über einen großartigen, spielfreudigen Cast, der sich selbst nicht zu ernst nimmt und seinem bunten, bizarren Figurenkabinett gehörig Witz und Leben einhaucht.

In erster Linie brillieren Charlize Theron als egomanische Chefin und Joel Edgerton als ölig-gelackter, schmieriger Arsch vom Dienst, der nur an sich, seinen Profit und die nächste Affäre denkt. Theron liefert als Elaine, die gezielt ihre weiblichen Reize einsetzt um an ihre Ziele zu gelangen, eine Glanzleistung. Sie verkörpert ein durch und durch durchtriebenes Biest, dem alles recht ist, um sich in die eigene Tasche zu wirtschaften. In einer sehr eindringlichen, kurzen Sequenz in ihrem Auto aber wird klar, dass Elaine alles andere als unbesiegbar, stark und unangreifbar ist. Die beiden Chefs liefern sich ein von viel Wortwitz und körperbetontem Slapstick-Humor durchzogenes Duell mit Hauptfigur Harold, der sich in seinem Wesen und Charakter nicht deutlicher von Elaine und Richard unterscheiden könnte.

Genau daraus bezieht der Film zudem einen großen Reiz: aus der Frage, wie die äußeren Umstände, Pech und das Fehlverhalten seiner Mitmenschen, bei einem unbedarften Mann ungeahnte kriminelle Energien freisetzen können.

Fazit: Kurzweiliger, rasanter Wahnsinns-Trip, der einige unerwartete dramaturgische Haken schlägt und mit seinen gewitzten, schrägen Figuren überzeugt.




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