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The Happytime Murders
The Happytime Murders
© Tobis Film GmbH & Co. KG

Kritik: The Happytime Murders (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"The Happytime Murders" wurde inszeniert von Brian Henson, dem Sohn von "Muppetshow"- und "Sesamstraßen"-Erfinder Jim Henson. Als Puppenspieler wirkte er bereits in den 80er-Jahren in einigen "Muppets"-Filmen und -Serienfolgen mit. Insgesamt sind in "The Happytime Murders" 125 der flauschigen Figuren zu sehen, 40 von ihnen wurden eigens für den Film kreiert. Der rund 45 Millionen Dollar teure Film wurde tatsächlich in der Stadt der Engel, dem Handlungsort der Geschichte, gedreht.

"The Happytime Murders" ist eine zwiespältige Angelegenheit. Einerseits ist er eine herrlich schräge, deftige und wunderbar infantile (falls man auf diese Art von Humor steht) Parodie auf die heile, zuckersüße "Sesamstraßen"-Welt. Bevölkert von Puppen, die so gar nicht niedlich und kuschelig sind und sich so verhalten, wie man es sich von Samson, Tiffy und Co. sicher nicht hätte vorstellen können: Die Puppen vögeln, konsumieren (reines) Koks, hängen in schäbigen, verdreckten Unterweltkellern ab und erledigen einen Blowjob schon mal für weniger als einen Dollar. Das ist größtenteils nicht nur schräg und überdreht sondern auch enorm unterhaltsam anzusehen – vorausgesetzt eben man stört sich nicht an zotigen Witzen, Fontänen-artig spritzenden Körperflüssigkeiten und anderen Obszönitäten.

Weniger unterhaltsam als vielmehr vorhersehbar und spannungsarm gestalten sich leider der Kriminalfall und die mit ihm verbundenen, arg gleichförmig ablaufenden Ermittlungen. In diesem Punkt unterscheidet sich der Film – auch bezogen auf Handlungsverlauf und Dramaturgie – kaum von jedem durchwachsenen Dienstagskrimi im öffentlich-rechtlichen TV ("SOKO Köln", "Die Rosenheim-Cops" o.ä.). Mit dem Unterschied, dass zwischen den Figuren aus Fleisch und Blut eben auch ein paar Puppen umherstreunern. Auch die handelnden Charaktere, egal ob Mensch oder Puppe, sind nicht gerade tiefgründig und komplex gezeichnet. Demgegenüber aber steht wiederum die hohe Anzahl an gelungenen Anspielungen und Verweisen auf Klassiker der Krimi-, Thriller- und Noir-Geschichte, wie etwa "Basic Instinct", "Toten schlafen fest" oder "L.A. Confidential".

Fazit: Politisch unkorrekte und amoralische aber extrem unterhaltsame Parodie auf die schwarze Serie und "Die Muppets", dessen Krimi-Plot sich leider als zu überraschungsarm erweist.




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