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Pettersson & Findus: Findus zieht um
Pettersson & Findus: Findus zieht um
© Central Film © Wild Bunch

Kritik: Pettersson & Findus: Findus zieht um (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die "Pettersson und Findus"-Filme beruhen auf den Kinderbüchern des Schweden Sven Nordqvist. Er ließ sich seine in der Natur angesiedelten Alltagsgeschichten um die unzertrennlichen Freunde in den frühen 80er-Jahren einfallen. "Findus zieht um" wurde, wie schon die vorherigen Teile, von Ali Samadi Ahadi inszeniert. Ahadi dreht Spielfilme ebenso wie Dokumentationen – mit Erfolg. So erhielt er z.B. für seine Doku "Lost children" 2006 den Deutschen Filmpreis. Drei Jahre später folgte der "Preis der deutschen Filmkritik" für sein Spielfilmdebüt "Salami Aleikum".

In Sachen Optik und Ausstattung verlässt sich der dritte "Pettersson und Findus"-Film ganz auf die bisherigen visuellen Stärken der Reihe. Die Geschichte ist erneut in eine liebevoll und detailreich ausgestattete, an eine kindlich-verspielte Bilderbuch-Optik erinnernde Szenerie eingebettet. Die Welt von Pettersson und Findus – inklusive Haus, Hundehütte und dem Toilettenhäuschen – wurde erneut in einem Studio erschaffen. Die idyllischen Hintergrundlandschaften hingegen fügte man künstlich hinzu, diese passen sich den bunten Studio-Kulissen und -Requisiten aber wunderbar an.

Außerdem gebührt den Machern ein Kompliment, dass sie bei der Entwicklung der Reihe und ihrer Charaktere nicht stehen bleiben. Die Protagonisten haben sich weiter entwickelt und damit auch anderen Bedürfnisse als noch in den ersten Filmen. Thematisch geht es in "Findus zieht um" vor allem um das allmähliche Loslösen von vertrauten, Sicherheit verschaffenden Umgebungen und Personen. Der Film behandelt ebenso die damit einhergehenden emotionalen Konfusionen und inneren Konflikte. Vor allem bei Pettersson, dem die Trennung von Findus sehr schwer fällt. Überhaupt erscheint die Figur des Pettersson hier komplexer und (zum Glück) weniger tölpelhaft als im Vorgängerfilm.

Für Abwechslung und Unterhaltung sorgen zudem die körperbetonten, pfiffigen Slapstick-Momente. Diese zeigen sich unter anderem in einigen turbulenten Szenen am See, den Pettersson und Findus zum Angeln aufsuchen. Abgesehen davon zündet der Humor jedoch nur selten. Viele (Wort-)Witze laufen ins Leere und für einige Pointen sind die jüngsten Zuschauer schlicht zu jung. Dazu kommt das störende Dauer-Gehopse von Findus gerade im ersten Drittel. Überhaupt kommt Findus in diesem Film übertrieben aufgedreht und hyperaktiv daher. Leider erweist sich auch ein eingeschobener Subplot von einer Übernachtung im Zelt als unpassend. Diese Nebenhandlung steht in keinem Zusammenhang zur eigentlichen Story des Films und fügt diesem – außer einer längeren Laufzeit – nichts Elementares hinzu

Fazit: Der dritte Film der Reihe überzeugt mit wichtiger Botschaft, toller Optik und einer Weiterentwicklung der Figuren, kann beim Humor die Qualität der Vorgänger aber nicht halten.




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