VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Playmobil: Der Film (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Seit über 40 Jahren sind die kleinen Playmobil-Kunststoff-Figuren aus den Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken. Nachdem einige Figuren des großen Konkurrenten Lego schon seit längerem in eigenen Filmen auftreten (z.B. "LEGO Movie" oder "LEGO Batman Movie") war es an der Zeit, auch dem von Hans Beck erfundenen System-Spielzeug ein filmisches Denkmal zu setzen. Ex-Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe gibt hier im englischsprachigen Original sein Debüt als Synchronsprecher in einem Animationsfilm.

Zugegeben: Die Geschichte von "Playmobil – Der Film" ist tatsächlich so simpel und einfach gestrickt, wie es die Inhaltsangabe bereits vermuten lässt. Etwas schade ist zudem, dass der Handlungsverlauf ebenso ohne nennenswerte Überraschungen sowie unvorhergesehene Twists daherkommt. Letztlich stürzt sich die (etwas aufgedrehte aber durchweg sympathische) Hauptfigur Marla zusammen mit ihren illustren Begleitern nur von einem Abenteuer ins nächste, was hier und da den Anschein eines pflichtbewussten Abhakens einzelner Playmobil-Stationen und -Welten erweckt.

Dennoch: Ist man sich der fehlenden inhaltlichen Tiefe bewusst und lässt sich – vor allem auch visuell – auf die vielseitig gestaltete, detaillierte Fantasie-Welt ein, erlebt man mit diesem Animationsfilm 100 vergnügliche Minuten, bei denen in erster Linie die jüngsten Zuschauer auf ihre Kosten kommen. Das liegt zum einen an den kauzigen Nebenfiguren (darunter ein überdrehter Foodtruck-Fahrer und ein wagemutiger Geheimagent á la James Bond), denen die Macher trockene One-Liner in den Mund legen. Und zum anderen an der temporeichen Inszenierung, deren Action-Höhepunkte die wilden, schweißtreibenden Verfolgungsjagden – ob auf den Straßen oder in der Luft – sind.

Besonders viel Mühe aber gab sich Regisseur Lino DiSalvo dabei, seinen Film mit allerlei (mal mehr, mal weniger subtilen) Hinweisen und Anspielungen auf beliebte Charaktere der Populär-Kultur (Austin Powers, Julius Cäsar), Film-Klassiker ("007", "Braveheart") und das eigene Figuren-Universum auszustatten. Denn gerade Playmobil-Fans und -Kenner werden ihre helle Freude haben, die bekannten Western-, Ritter-, Dinosaurier-, Tier- und Piratenfiguren endlich im Kino bewundern zu können.

Fazit: Trotz dürftiger Story und dramaturgischer Vorsehbarkeit erweist sich "Playmobil – Der Film" als spaßiges, detailverliebtes Animations-Abenteuer für zwischendurch.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.