oder

The Mule (2018)

Gangsterkomödie mit Clint Eastwood in der Rolle eines alten Drogenkuriers.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Earl Stone (Clint Eastwood) ist ein Veteran des Koreakriegs, der schon bald auf die 90 zugeht. Seine Ex-Frau Mary (Dianne Wiest) und die gemeinsame Tochter Iris (Alison Eastwood) wollen nichts mit ihm zu tun haben, weil er sie früher so vernachlässigt hat. Stets war ihm die Arbeit wichtiger als die Familie. Nur die Enkelin Ginny (Taissa Farmiga) redet noch mit Earl, der sich furchtbar ärgert, dass er finanziell nichts zu ihrer bevorstehenden Hochzeitsfeier beitragen kann. Denn der alte Mann, der eine Taglilienzucht betrieb, ist pleite. Da hört er, dass es Leute gibt, die einen Fahrer suchen…

Earl Stone fährt mit seinem klapprigen uralten Pickup-Truck ins amerikanisch-mexikanische Grenzgebiet, um Ware abzuholen. Die Gangster des mexikanischen Drogenkartells schärfen ihm ein, das Paket zu einem Motel in Chicago zu bringen, wo ihm dann der Lohn ausgehändigt wird. Earl kann sich wieder etwas leisten, einen neuen Wagen zum Beispiel, und renoviert auch das Lokal, in dem sich die Veteranen treffen. Von Mal zu Mal transportiert er mehr. Agent Colin Bates (Bradley Cooper) von der Drogenbehörde kommt zu Ohren, dass das Kartell einen neuen Top-Kurier beschäftigt. Er will ihn auf frischer Tat ertappen.

Bildergalerie zum Film

The MuleThe Mule - Clint EastwoodThe Mule - Clint EastwoodThe MuleThe Mule - Clint EastwoodThe Mule - Clint Eastwood


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Gangsterkomödien, in denen Senioren auf die schiefe Bahn geraten, setzen auf den lustigen Kontrast zwischen dem braven Image, das dieser Altersgruppe anhaftet, und dem Treiben der Hauptfiguren. In "Abgang mit Stil" raubten Senioren eine Bank aus, die sie in den Ruin getrieben hatte. Im Frühjahr 2019 kommt "Ein Gauner und Gentleman" in die Kinos, in dem Robert Redford einen Bankräuber spielt, der sich im Alter nicht zur Ruhe setzt. So wie dieser Film ist auch Clint Eastwoods neue Komödie, für die Nick Schenk ("Gran Torino") das Drehbuch schrieb, von einem wahren Fall inspiriert. Der 88-jährige Eastwood führte nicht nur Regie, sondern spielt auch die Hauptrolle des einsamen und mittellosen Earl Stone, der entdeckt, dass das Leben auch für ihn noch angenehme Seiten bereithält.

Eastwood sorgt mit seinem gut aufgelegten Spiel dafür, dass Earl trotz seiner kriminellen Tätigkeit stets sympathisch wirkt. Die mexikanischen Gangster nennen ihn "Papa" oder "Tata", sie verdrehen die Augen, weil er nicht weiß, was eine SMS ist. Für Drohgebärden ist Earl ziemlich unempfänglich, schließlich war er im Krieg. Er kann locker mit den grimmigen Typen umgehen, und mit amerikanischen Streifenpolizisten erst recht. Der alte Mann wird immer selbstsicherer, er holt sich auch mal zwei junge Frauen ins Motelzimmer, und er strahlt, wenn ihm die Enkelin und der Veteranenverein für seine Großzügigkeit danken. Earl unterstützt Leute, die Geld brauchen, was der Komödie subversiven, sozialkritischen Witz verleiht. Köstlich sind die Dialoge, in denen der Alte jüngeren Leuten Ratschläge geben will und dabei oft in Fettnäpfchen tappt, oder wenn er über ihre Handy-Abhängigkeit lästert. Manchmal wird es richtig bissig, zum Beispiel als Agent Bates und seine Leute auf dem Highway einen mexikanisch aussehenden Mann anhalten. Der unbescholtene Mann stammelt ängstlich etwas über Statistiken, wonach die größte Gefahr für sein Leben von einer Polizeikontrolle ausgehe.

Es ist herrlich, Eastwood am Steuer die Oldies oder die Countrymusik aus dem Radio mitsingen zu hören. Auf der Landstraße kommt Earl den amerikanischen Mythen näher, dem Western mit seinen Glücksrittern und Outlaws, dem Glück der Freiheit. Was aber ist die Freiheit wert ohne einen emotionalen Anker, ohne das Gefühl, geliebt zu werden? Earl bekommt spät die Chance, die Prioritäten im Leben neu zu setzen. Das alles mag nicht weltbewegend sein, bietet aber spannende, sehr vergnügliche Kinounterhaltung.

Fazit: Unter der Regie von Clint Eastwood entwickelt diese gut aufgelegte Gangsterkomödie über einen mittellosen Blumenzüchter und Kriegsveteran, der mit fast 90 Jahren Kurier eines Drogenkartells wird, Schwung und Biss. Der 88-jährige Schauspieler sorgt dafür, dass der Hauptcharakter trotz seiner kriminellen Aktivität höchst sympathisch wirkt. Earls spätes Aufblühen, das ihn Lieder im Auto trällern lässt, und seine spöttischen Bemerkungen über die Handy-Sucht der Jüngeren bescheren dem Film einige seiner vergnüglichsten Momente.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: The Mule

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA
Jahr: 2018
Genre: Drama, Krimi
FSK: 12
Kinostart: 31.01.2019
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Bradley Cooper als Colin Bates, Clint Eastwood als Earl Stone, Taissa Farmiga
Verleih: Warner Bros.

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen

Escape Room - Jay Ellis, Taylor Russell, Nick Dodani,...iller
News
Kinocharts international: Australier brechen in "Escape Room" ein
"Monsieur Claude 2" auf Erfolgskurs in Frankreich
The Mule - Clint Eastwood
News
Kinocharts international: Clint Eastwood kann es noch
Zensierter "Deadpool 2" erobert chinesische Spitze




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.