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Jungle Cruise
Jungle Cruise
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Jungle Cruise (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Regisseur Jaume Collet-Serra hat sich u.a. mit "House of Wax" (2005) und "The Shallows – Gefahr aus der Tiefe" (2016) einen Namen als Experte für stylishe Thriller gemacht – und wurde dank der wiederholten Zusammenarbeit mit Liam Neeson, etwa bei "Non-Stop" (2014) und "The Commuter" (2018), zum Profi auf dem Gebiet dynamischer Unterhaltung. Mit "Jungle Cruise" wendet sich Collet-Serra nun dem Abenteuergenre zu. Das Werk basiert, wie zum Beispiel schon die äußerst erfolgreiche "Pirates of the Caribbean"-Reihe, auf einer Disneyland-Attraktion. Bei der Umsetzung greift Collet-Serra auf seine Grusel- und Action-Erfahrungen zurück und reichert das Ganze mit einer ordentlichen Portion Humor an.

Die Scharmützel zwischen der britischen Forscherin Lily und dem Skipper Frank erreichen zwar nicht die Qualität von John Hustons Klassiker "African Queen" (1951) mit Humphrey Bogart und Katharine Hepburn, leben aber von der Chemie zwischen dem Duo Dwayne Johnson und Emily Blunt. Beide haben spürbar Spaß daran, sich in ihren Rollen gegenseitig zu necken und zugleich die Eigenheiten ihrer Figuren sichtbar zu machen. Lily ist als eine Art weiblicher Indiana Jones ihrer Zeit weit voraus; sie wird als furchtlos und rebellisch gezeichnet. Frank entspricht wiederum einem klassischen Trickster, mit einer Vorliebe für Schummeleien und Kalauer. Flankiert wird das Leinwandpaar einerseits von menschlichen und tierischen Sidekicks, darunter Lilys deutlich ängstlicherer Bruder MacGregor sowie ein Jaguar, und anderseits von betont finsteren Gestalten. Zu diesen zählt ein Trio verfluchter Konquistadoren und der deutsche Prinz Joachim. Letzterer ist zwar ein völlig eindimensionaler Schurke, den der überraschend wandelbare Jesse Plemons jedoch mit sehenswertem Wahnsinn verkörpert.

Neben der Spielfreude des Ensembles und einigen hübschen Wortgefechten ist es vor allem die Ausstattung, die "Jungle Cruise" etwas Liebeswertes verleiht. Das Kostüm- und Set-Design hat in all seinen Details wesentlich mehr Charme als die digital erzeugten Landschaften und die zahlreichen Computeranimationen, die in den Actionpassagen zum Tragen kommen. Gelungener ist wiederum die musikalische Gestaltung – insbesondere eine Instrumentalversion des Metallica-Hits "Nothing Else Matters".

Fazit: Ein übernatürliches Abenteuer, das mit einem gut aufgelegten Schauspiel-Team, starker Ausstattung und stimmiger Musik punkten kann, mit seinen CGI-Effekten jedoch nicht immer zu überzeugen vermag.




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