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Kritik: After Truth (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"After Truth" ist die Fortsetzung von "After Passion" (2019). Die Filme sind Leinwand-Adaptionen einer von Anna Todd geschriebenen Romanreihe, die auf Fan Fiction zum Boygroup-Mitglied Harry Styles basiert. Erzählt wird darin die Liebesgeschichte zwischen der unschuldigen Uni-Anfängerin Tessa und dem verschlossenen Hardin. Auf dem Regiestuhl nahm diesmal Roger Kumble Platz, der sich mit dem Intrigen-Drama "Eiskalte Engel" im Jahre 1999 einen Namen machen konnte.

Während Kumble in seinem Debüt "Eiskalte Engel" auf ein durchweg überzeugendes Ensemble sowie ein (vom ihm selbst verfasstes) spannungsreiches Skript setzten konnte und obendrein ein gutes Gespür für einnehmende Bilder und stimmige Musikuntermalung bewies, fällt die Inszenierung von "After Passion" deutlich schwächer aus und erreicht allenfalls das Niveau einer durchschnittlichen Teen-Soap. Die ständig zum Einsatz kommenden Pop-Songs sind kraftlos und kommentieren wenig subtil das Handlungsgeschehen, die Kameraaufnahmen muten hochglänzend-formelhaft an – und im Schauspiel gibt es erkennbare Mängel. Während Hauptdarstellerin Josephine Langford sowohl in den komödiantischen als auch in den sinnlichen Momenten Ausdrucksstärke an den Tag legt und auch ihr Co-Star Dylan Sprouse in der recht undankbaren Rolle des Nebenbuhlers Trevor durchaus Eindruck zu hinterlassen vermag, schwankt die Verkörperung des Protagonisten Hardin durch Hero Fiennes Tiffin zwischen plump und blass. Auch die restlichen Cast-Mitglieder sind keine nennenswerte Hilfe. In puncto Erotik wagt der Film mehr als sein Vorgänger, wirkt allerdings noch immer ziemlich steril.

Das größte Problem von "After Truth" ist indes das oft unfassbar lächerliche Drehbuch, das die Vorlagen-Autorin Todd gemeinsam mit Mario Celaya erarbeitet hat. Die Dialoge sind überwiegend lächerlich und der Plot erinnert an vielen Stellen an billige Heftchenromane, ohne den geringsten Anspruch an Realitätsnähe und Glaubwürdigkeit. Der Film will von Liebe, Vertrauen und der Angst vor Enttäuschung erzählen – schildert aber vor allem eine katastrophale, kaum nachvollziehbare On-Off-Beziehung, die von einem hanebüchenen Missverständnis ins nächste gerät.

Fazit: Eine einfallslos in Szene gesetzte Liebestragikomödie mit aseptischen Erotik-Passagen und furchtbaren Dialogen. Das souveräne Spiel von Josephine Langford kommt dagegen nur bedingt an.




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