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Kritik: The Many Saints of Newark (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die Krimi-Drama-Serie "The Sopranos" prägte eine ganze Generation und zählt bis heute zu den einflussreichen, wegweisendsten TV-Serien der jüngeren Geschichte. Die Serie, die mit über 20 Emmys prämiert wurde, entstand in den Jahren 1999 bis 2007. "The Many Saints of Newerk" erzählt die Vorgeschichte von Mafiaboss Tony Soprano, der im Film von James Gandolfinis Sohn Michael gespielt wird. James Gandolfini verkörperte in der Serie den erwachsenen, zum Verbrecherkönig aufgestiegenen Tony Soprano.

Fans der Serie (und das sind nicht Wenige) haben lange auf etwas Neues aus dem Sopranos-Kosmos gewartet und mit "The Many Saints of Newark" bekommen sie jetzt endlich ein Wiedersehen mit Tony Soprano. Und natürlich gibt es kein größeres Geschenk für sie als den Sohn von James Gandolfini in jener Rolle zu sehen, die seinen Vater weltberühmt gemacht hat. Die gute Nachricht: Michael Gandolfini macht seine Sache ausgezeichnet. Er füllt seine Rolle mit Kraft und Leidenschaft aus und legt bereits sehr glaubhaft einige jener Verhaltensweisen an den Tag und Charaktereigenschaften offen, die man vom erwachsenen Tony aus den "Sopranos" kennt.

Überhaupt der Nostalgiefaktor: Wir bekommen viele Figuren und Charaktere aus der Serie zu Gesicht, nur dass sie in "The Many Saints…" eben 30 Jahre jünger und 20 Kilo leichter sind. Aber Serien-Charaktere wie Silvio Dante oder Paulie Gualtieri erkennt man sofort wieder. Interessant ist, dass der junge Tony hier aber nur die zweite Geige spielt. Denn alles konzentriert sich auf Dickie Moltisanti (mit ungemeiner psychologischer Tiefe aufspielend: Alessandro Nivola), dessen Unberechenbarkeit und emotionale Instabilität Tony noch kennenlernt – und zwar schneller als ihm lieb ist.

Schön ist zudem, dass der Film gleichsam die Rassenunruhen jener Zeit nicht unberücksichtigt lässt und aufzeigt, wie die Konflikte zwischen afro- und italo-amerikanischen Bewohnern eskalierte. Wer "The Sopranos" nicht kennt der wird sich allerdings fragen, worin jetzt eigentlich der große Reiz des Films bestehen soll. Für all diejenigen ist "The Many Saints…" vermutlich nicht mehr als ein zwar handwerklicher tadellos umgesetzter aber letztlich wenig außergewöhnlicher, dazu etwas langatmiger Mafia-Krimi, der Elemente aus "In den Straßen der Bronx", "Es war einmal in Amerika" und "Goodfellas" miteinander vermengt. Und viele Versatzstücke aus den "Sopranos" enthält, nur dass der Zuschauer, der die Serie nicht kennt, all die Hinweise und Anspielungen darauf nicht erkennen bzw. verstehen wird.

Fazit: Famos gespielter, mit vielen Anspielungen auf die legendäre Serie "The Sopranos" gespicktes Fan-Geschenk, das insgesamt etwas zu vorhersehbar und bieder geraten ist.




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