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Kritik: Godzilla vs. Kong (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit "Kong: Skull Island" (2017) und "Godzilla: King of the Monsters" (2019) wurde das große Aufeinandertreffen der bekanntesten Leinwand-Monster aller Zeiten bereits vor Jahren vorbereitet. Der mit einem gewaltigen Budget von rund 180 Millionen US-Dollar inszenierte "Godzilla vs. Kong", der u.a. in New York und Australien gedreht wurde, bildet dabei den vorläufigen Höhepunkt beider Film-Reihen. Regie führte Adam Wingard, der als 29-Jähriger bereits mit seinem Debütfilm ("You’re next") weltweit für Furore sorgte.

Der Vorteil von "Godzilla vs. Kong" ist, dass er sich nicht, wie der desolate Vorgänger "King oft the Monsters", fast ausschließlich in belanglosen, ausufernden Kämpfen und langweiligen, epischen Schlachten-Szenen ergeht. "King of the Monsters" kann als Tiefpunkt aller Monster-Filme betrachtet werden und "Godzilla vs. Kong" befindet sich nicht auf demselben erbärmlichen Niveau – dennoch ist auch er eine Enttäuschung. Dabei bietet er auf visueller Ebene durchaus beeindruckende Schauwerte, die sich positiv von allen Filmen der Reihe abheben.

Zunächst einmal beschreitet Wingard neue Wege bei der Inszenierung der monströsen Kampfszenen, da er das brachiale, zerstörerische Geschehen diesmal vor allem aus Sicht der sich Bekämpfenden (Godzilla und King Kong) zeigt. Außerdem verzichtet er – Gott sei Dank – auf ein überforderndes, reizüberflutendes Schnitt-Gewitter wie im Vorgänger und lässt sich diesmal mit längeren Einstellungen auch mal Zeit, das Geschehen in Ruhe zu beobachten. Hinzu kommt ein höllisch gut und stylisch aussehendendes (Stichwort: Neonlichter) allerdings etwas zu lang geratenes Finale, in dem sich die Kult-Monster fast 20 Minuten lang verdreschen.

Doch das hilft alles nichts gegen hanebüchene, unfreiwillig komisch geratene Story-Elemente und Seitenstränge über gewinnorientierte Robotik-Unternehmen, Verschwörungstheorien und dämliche Hohle-Erde-Denkansätze, die einmal mehr dafür sorgen, dass Handlungsverlauf und Dramaturgie gähnende Langweile hervorrufen. Ergänzt wird dies durch mehr denn je inhaltsleere und pathetische Dialoge ("Wir brauchen Godzilla"). Höhepunkt des Kitschfaktors ist der Auftritt eines (taubstummen) Mädchens, das in Kong Beschützerinstinkte weckt.

Und: Mit keinem der Protagonisten fühlt man mit. Die menschlichen Figuren lassen einen von Beginn an völlig kalt. Sie sind lediglich blasse, am Reißbrett entworfene Abziehbilder generischer Blockbuster-Charaktere, die formelhaft und schlampig gezeichnet sind.

Fazit: Mit seinem vorhersehbaren, biederen Plotverlauf und den peinlichen Dialogen verschwendet der Mega-Blockbuster seinen prominenten Cast, der lediglich am Reißbrett entworfene Figuren darstellen darf. Da helfen auch die fulminanten Effekte und beeindruckenden optischen Schauwerte nichts.




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