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Ich bin dein Mensch
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© Majestic Filmverleih GmbH

Kritik: Ich bin dein Mensch (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In "Ich bin dein Mensch" verbindet die Regisseurin Maria Schrader ("Liebesleben") eine humorvolle Love Story mit nachdenklichen Tönen und Science-Fiction-Elementen. Das Drehbuch, das sie gemeinsam mit Jan Schomburg verfasste, basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Emma Braslavsky. Es geht um die Frage, was Menschen und Maschinen voneinander unterscheidet – und was wir brauchen, um glücklich zu sein.

Die Protagonistin Alma trifft auf einen humanoiden Roboter, dessen Algorhythmus darauf ausgerichtet ist, all ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Tom ist – rein theoretisch – ihr perfekter Partner. Und doch löst er in ihr zunächst vor allem Irritation aus. Genau daraus entsteht in vielen Szenen die Komik. Wenn Tom Alma Komplimente macht und ihr bei allem entgegenkommt, mutet dieses eigentlich wünschenswerte Verhalten weniger romantisch, sondern vielmehr kitschig und albern an. Obendrein ist Alma eine sehr introvertierte Person, die am liebsten in Ruhe gelassen werden möchte. Während "Ich bin dein Mensch" anfangs in erster Linie komödiantisch daherkommt, wird der Film im Laufe der Handlung immer ernster und philosophischer. So konfrontiert Tom Alma auch mit Unangenehmem, etwa mit ihrem eigenen (allzu menschlichen) Egoismus. Die futuristischen Komponenten werden stets stimmig in das Setting integriert – wenn sich zum Beispiel die Leute in einer Bar als Hologramme erweisen.

Hauptdarstellerin Maren Eggert ("Ich war zuhause, aber…") wurde in diesem Jahr verdientermaßen mit dem Silbernen Bären für die Beste Darstellerische Leistung ausgezeichnet. Sie verkörpert Alma auf sympathische Weise, lässt aber auch erkennen, dass es die zielstrebige Akademikerin ihrem Umfeld mit ihrer Art nicht immer leicht macht. Almas biografischer Hintergrund wird glaubhaft gezeichnet. Der Brite Dan Stevens ("Downton Abbey") liefert eine hinreißende Performance als künstliche Intelligenz – und Sandra Hüller erweist sich in einem kleinen Part erneut als wunderbare Komödiantin. Auch die weiteren Nebenrollen sind etwa mit Hans Löw, Jürgen Tarrach und Inga Busch toll besetzt.

Fazit: Ein cleverer Film voller Witz und origineller Einfälle mit einem hervorragenden Ensemble.




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