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Spirit - Frei und ungezähmt
Spirit - Frei und ungezähmt
© Universal Pictures International

Kritik: Spirit - Frei und ungezähmt (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Frei und ungezähmt" ist ein Spin-Off des 2001 inszenierten Zeichentrickfilms "Spirit" und entstand als Gemeinschaftsproduktion zwischen Dreamworks und Universal. Das Budget belief sich auf rund 30 Millionen US-Dollar. Mit Stars wie Julianne Moore, Jake Gyllenhaal und Walton Goggins konnten die Macher einige prominente Schauspieler als Synchronsprecher gewinnen.

Wieder einmal belebt das Studio Dreamworks eine schon etwas ältere Story in Form eines Animationsfilms für eine junge Generation neu. Die zwei Hauptcharaktere des Films, Spirit und Lucky, sind durchzogen von ihrem unbändigen Freiheitsdrang und ihrer Energie. Die Beiden geben ein tolles Team und durch Dick und Dünn gehendes Gespann ab, mit dem sich jüngere Zuschauer sowie Pferde-Liebhaber Bestens identifizieren können.

Dabei beweisen die Macher hervorragendes komödiantische Timing und Vergessen auch den Einbau situativer, gelungener Witze sowie spritziger One-Liner nicht. Gerade die Impulsivität und Unberechenbarkeit von Spirit, an die sich Lucky erst gewöhnen und das Pferd zähmen muss, sorgen für allerlei pointierte Szenen und lustige Momente. Doch "Spirit" behandelt gleichsam ernste Themen. Etwa den Verlust von Heimat, das Loslösen von der elterlichen (bisweilen erdrückenden) Fürsorge, Identitätssuche sowie Verlust und Trauer. Immer wieder thematisiert "Spirit" nämlich den (tragischen) Tod von Luckys Mutter, einer früheren Stuntreiterin. Von ihr hat Lucky die Liebe zu Pferden und spektakulären Abenteuern geerbt.

"Spirit" strahlt regelrechte "Girl-Power" aus, ist vor allem für ein junges weibliches Publikum konzipiert und beschwört den Wert enger Freundschaften zwischen Mädchen und Frauen. So halten Abigail und Pru zum Beispiel immer zueinander, selbst wenn es schwierig wird. Zusammen mit Lucky meistern sie noch die gefährlichsten Situationen, darunter spektakuläre Ritte durch gefährliche Berglandschaften und imposante Hochplateau-Ebenen.

Schwächen zeigt der Film auf dramaturgischer und technischer Ebene. Der Storyverlauf kommt leider ohne überraschende Wendungen und Plot-Twists daher, alles verlauft in geregelten und erwartbaren Bahnen. Und an die visuelle Klasse und gestochen scharfen Animationen früherer Dreamworks-Werke, etwa die "Croods", reicht "Spirit" leider auch nicht heran.

Fazit: Mit wichtigen, lehrreichen Botschaften garnierter, witz- und actionreicher Animationsfilm mit Schwächen bei der optischen Ausgestaltung und der Dramaturgie.




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