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Dear Evan Hansen (2021)

Kinoadaption des gleichnamigen Bühnenmusicals über einen einsamen Jugendlichen, der sich als bester Freund eines verstorbenen Mitschülers ausgibt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.8 / 5

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Evan Hansen (Ben Platt) ist ein sehr einsamer Jugendlicher. Im Trubel der High School beachtet niemand den schüchternen und depressiven Schüler. Auf psychologischen Rat hin schreibt er sich selbst aufbauende Briefe. Doch in einem dieser Briefe landen auch seine wahren, traurigen Gefühle. Diesen Brief kriegt ein Mitschüler in die Hände und glaubt, dass Evan ihm einen Streich spielen wollte. Wutentbrannt eilt der psychisch labile Connor (Colton Ryan), der sich vorher als einziger auf Evans Gipsarm verewigt hat, mit dem Brief davon. Einige Zeit später kommen Connors Eltern in die Schule, um mit Evan zu sprechen. Connor hat sich das Leben genommen und wegen des Briefs, den er bei sich trug, glaubt Connors Mutter Cynthia (Amy Adams), dass Evan sein Freund gewesen sei.

Cynthia klammert sich verzweifelt an den Gedanken, dass ihr Sohn nicht so allein war, wie sie glaubte. Sie möchte von Evan unbedingt mehr über die Freundschaft hören und lädt ihn zum Essen ein. Evan, der zuhause meistens allein ist, weil seine alleinerziehende Mutter Heidi (Julianne Moore) so viel arbeiten muss, wird regelmäßiger Gast bei Connors Familie. Cynthia bittet ihn um die E-Mails, die er und Connor austauschten, und Evan liefert welche. Nun kann er auch Connors Schwester Zoe (Kaitlyn Dever) nahe sein, in die er heimlich verliebt ist. Wie lange wird er die Lüge weiterführen?

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Wer dachte, dass ein Musical keinen ernsten Dramastoff verträgt, kennt womöglich dieses Werk des Regisseurs Stephen Chbosky ("Wunder") noch nicht. Die filmische Adaption des gleichnamigen, preisgekrönten Broadwaymusicals von Steven Levenson, Benj Pasek und Justin Paul erzählt von einem depressiven Jugendlichen mit sozialen Ängsten. Der Titelcharakter, den wie schon auf der Bühne Ben Platt spielt, wünscht sich auf der High School nichts sehnlicher als Freundschaften.

Auch dem psychisch labilen Mitschüler Connor, der zu Wutausbrüchen neigt, scheint es ähnlich zu gehen. Noch bevor sich die beiden Jugendlichen näher kennenlernen, ist Connor tot und Evan erfindet für dessen Mutter Szenen einer Freundschaft. Indem er seinen eigenen Wunschträumen Ausdruck verleiht, tritt Evan aus der Isolation heraus. Eine Weile spenden seine Geschichten, beispielsweise über einen schönen Tag, den er und Connor draußen verbrachten, den Hinterbliebenen Trost. Die berührendste Rolle im Drama nimmt eigentlich Connors Mutter Cynthia ein. Amy Adams spielt die Frau, die sich nichts lieber ausmalt, als dass ihr Sohn in seinem kurzen Leben doch noch in den Genuss einer Freundschaft und unbeschwerter Momente gekommen war, mit unwiderstehlicher Ausdruckskraft. Dass der schüchterne Evan es nicht fertigbringt, sich ihren Wünschen rechtzeitig zu entziehen, erscheint nur plausibel.

Es wird natürlich auch gesungen, meistens recht traurige, aber ansprechende Lieder, die die Geschichte auflockern. Und Evans Fantasien über die Freundschaft bekommen ab und zu ein Gesicht. In einer sieht man den bereits verstorbenen Connor singend und tanzend in der High School – so hätte es in einer besseren Welt gewesen sein können. Diese Szene hat schon eine makabere Note, die im übrigen der gesamten Geschichte anhaftet, je länger sie dauert und je mehr sich Evan in die Rolle des Freundes verstrickt, der auf dem besten Wege ist, zum Ersatzsohn der trauernden Familie zu werden.

Als sich auch noch eine fähige und engagierte Mitschülerin als depressiv zu erkennen gibt, schraubt sich das Klischee von der High School als höllischem Ort in ungeahnte Dimensionen. Und was davon zu halten ist, dass an der Schule mit ständig neuen Initiativen des Toten gedacht wird, wie um ihn unsterblich zu machen, überlässt der Film lieber seinem Publikum. Die Not einsamer Schüler*innen ist sicherlich ein wichtiges Thema in der Realität und daher auch im Film, aber hier wird dieses Motiv aufgebläht, bis es die Bodenhaftung verliert.

Fazit: Nach dem Tod eines einsamen Schülers erfindet ein anderer einsamer Jugendlicher die Geschichte ihrer gemeinsamen Freundschaft. Mit ihr vermag er die Familie des Verstorbenen zu trösten und findet selbst aus der Isolation, aber Lügen haben kurze Beine. Unter der Regie von Stephen Chbosky vermag der Musicalfilm, der auf dem gleichnamigen Broadway-Erfolg basiert, durchaus zu berühren und zu fesseln. Aber die seelische Not des Titelcharakters und anderer Jugendlicher wird als Motiv zu sehr ausgewalzt.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvollDie psychischen Probleme von Highschool-Schülern eignen sich auf den ersten Blick kaum als Thema für ein Musical, doch am Broadway wurde DEAR EVAN HANSEN ein großer Erfolg. In der Verfilmung spielt der Star der Bühneninszenierung Ben Platt wieder [...mehr]

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Land: USA
Jahr: 2021
Genre: Drama, Musical
Länge: 131 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 28.10.2021
Regie: Stephen Chbosky
Darsteller: Ben Platt als Evan Hansen, Kaitlyn Dever als Zoe Murphy, Amandla Stenberg als Alana Beck
Verleih: Universal Pictures International

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