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The Black Phone
The Black Phone
© Universal Pictures International

The Black Phone (2022)

US-Horrorfilm über einen 13-Jährigen, der in die Fänge eines Serienmörders gerät.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.3 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Der 13-jährige Finney (Mason Thames) und seine zwei Jahre jüngere Schwester Gwen (Madeleine McGraw) leben im Jahr 1978 in einer Vorstadt von Denver. Sie müssen zu Hause aufpassen, ihren trinkenden Vater Terrence (Jeremy Davies) nicht zu verärgern, denn sonst schlägt er sie brutal. Die Mutter, die düstere Visionen hatte, nahm sich das Leben. Auch Gwen hat eine hellseherische Gabe, ihre Träume erweisen sich manchmal als wahr. Die Polizei befragt sie zu den schwarzen Luftballons, die der "Greifer" (Ethan Hawke), ein unheimlicher Kidnapper von Schuljungen, mit sich führt. Das jüngste Opfer des unbekannten Täters ist Finneys Schulfreund Robin (Miguel Cazarez Mora).

Und dann wird auch Finney selbst mitten auf der Straße entführt. Der Greifer, der immer Masken trägt, sperrt ihn in einen schalldichten Kellerraum, in dem sich eine Matratze, eine Toilette und ein Wandtelefon mit gekappter Leitung befinden. Wenn der Greifer den Raum verlässt, sperrt er die Tür anfangs zu und dann nicht mehr. Bei Finney klingelt das Telefon. Robin und andere zuvor entführte Jungen wollen mit ihm sprechen, wieder und wieder. Sie warnen ihn vor der Falle, die der Greifer ihm stellt und geben ihm Tipps, wie er vielleicht entkommen könnte. Aber Finney erfährt auch, welches Schicksal ihn andernfalls erwartet. Derweil sucht Gwen in ihren Träumen verzweifelt nach Hinweisen, wo sich ihr Bruder befindet.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Dieser grimmige Horrorthriller taucht tief in das Amerika der 1970er Jahre ein. Damals brannten sich die Taten diverser Serienkiller in das kollektive Gedächtnis ein. Der schwarze Kastenwagen, der immer wieder in der Siedlung in North Denver auftaucht, in der der 13-jährige Finney wohnt, wird lediglich vom Publikum als Gefahr erkannt. Regisseur Scott Derrickson ("Sinister", "Der Exorzismus von Emily Rose") hat zusammen mit Co-Autor C. Robert Cargill ein stimmiges Drehbuch verfasst, das auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Joe Hill basiert. Es verbindet auf originelle Weise Realitätsnähe und übersinnliche Phänomene, die überhaupt nicht aufgesetzt wirken. Die hellseherischen Träume von Finneys jüngerer Schwester Gwen, die Telefongespräche, die er selbst im Kerker mit früheren Entführungsopfern führt, wirken glaubhaft. Sie entsprechen emotionalen Schwingungen, die sich mit dem Verstand kaum erfassen lassen.

Schon bevor Finneys Martyrium im Keller des Greifers beginnt, entfaltet die Geschichte eine markante Rauheit. Finneys und Gwens Alltag ist von Gewalt und Angst durchsetzt, zuhause beim trinkenden Vater und in der High School, wo sich die Jugendlichen brutal prügeln. Eine unbeschwerte Kindheit, so legt es der Film nahe, gab es damals in der Regel nicht. Auch in der Farbgebung wird die Epoche, wie man sie aus damaligen Filmen kennt, wirksam heraufbeschworen. Finney und Gwen sind aufgeweckte Kinder, die sich am Guten orientieren. Mason Thames spielt hervorragend und dabei völlig unaufdringlich, wie Finney zwischen Hoffnung, Angst und nüchterner Betrachtung schwankt. Und Madeleine McGraw verleiht Gwen eine kraftvolle, unerschütterliche Tapferkeit.

Ethan Hawke ist als Greifer unter seinen wechselnden, schauerlichen Gesichtsmasken kaum zu erkennen. Selbst nach der Entführung verbreitet er Schrecken in Form von Suspense, als jemand, der kommen und schreckliche Dinge tun wird. Das Grauen nimmt aber auch visuelle Gestalt an – manche der Anrufer erscheinen bei Finney im Keller, ohne dass er sie sehen kann, und sie beflügeln seine Vorstellungskraft. Auch auf der Klangebene kündigt sich immer wieder Unheil an, mit Geräuschen, die an schleifende, quietschende Maschinen erinnern. Während der Film der Perspektive Finneys und auch Gwens folgt, raubt die Spannung dem mitfühlenden Publikum schier den Atem.

Fazit: Nicht nur wegen des Serienkillers mit der Maske, in dessen Fänge ein 13-jähriger Junge gerät, entfaltet dieser Horrorthriller von Regisseur Scott Derrickson eine grimmige Spannung. Bemerkenswert ist auch der authentische Blick auf die raue, von Gewalt durchzogene Atmosphäre, die den Alltag der Kinder und Jugendlichen in einer amerikanischen Vorstadtsiedlung der 1970er Jahre prägt. Der junge Hauptcharakter und seine Schwester sind sehr lebendig geschildert mit ihrer Angst, ihrem Schmerz und ihrer Widerstandskraft. Hellseherische Träume und übersinnliche Telefongespräche wirken nicht aufgesetzt, sondern lassen sich als unbewusste Wahrheiten interpretieren.




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Land: USA
Jahr: 2022
Genre: Horror
Länge: 102 Minuten
Kinostart: 23.06.2022
Regie: Scott Derrickson
Darsteller: Ethan Hawke als The Grabber, Jeremy Davies als Mr. Shaw, James Ransone als Max
Verleih: Universal Pictures International

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