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Am grünen Rand der Welt
Am grünen Rand der Welt
© 20th Century Fox

Kinostarts Deutschland: Drei Männer um Carey Mulligan

Deutsche Komödien "Heil" und "Desaster" starten

Sommer, Sonnenschein und gute Laune: Es darf gelacht werden - zwei deutsche Komödien und eine uruguayisch-deutsche Komödie wollen für gute Laune sorgen. Als Kontrastprogramm bieten sich der britische Herzschmerz-Schmachtfetzen "Am grünen Rand der Welt" mit Carey Mulligan und der US-Horrorfilm "Unknown User" an.
Was läuft, was lohnt, was nicht?

"Am grünen Rand der Welt"
Drama
Großbritannien
119 Minuten
FSK 6

Neuverfilmung des Romans "Far from the Madding Crowd" von Thomas Hardy aus dem Jahr 1874. Das im viktorianischen England angesiedelte Drama erzählt von einer Gutsbesitzerin (Carey Mulligan), die von drei sehr unterschiedlichen Männern (Matthias Schoenaerts, Michael Sheen und Tom Sturridge) umworben wird und sich nicht festlegen kann. Der von Dänen Thomas Vinterberg ("Die Jagd") ruhig und in opulenten Bildern erzählte Film überzeugt durch seine Inszenierung ebenso wie durch die großartigen Schauspieler und braucht weder den Vergleich mit dem Roman noch der ersten Verfilmung aus dem Jahr 1967 mit Julie Christie zu scheuen. Unsere Kritikerin Sonja Hartl findet den Streifen zwar "altmodisch, aber dennoch unterhaltsam".


"Unknown User"
Horrorfilm
USA
82 Minuten
FSK 12

US-Horrorfilm über Jugendliche, die im Skype-Chat von einem Unbekannten bedroht werden. Dieser gibt sich als eine Mitschülerin aus, die sich aus Verzweiflung über Cybermobbing umgebracht hat, und gewinnt mörderischen Einfluss auf die Schüler. Der Film spielt sich fast ausschließlich in der Optik der Internet-Bilder ab, wurde von dem georgischen Regisseur Levan Gabriadze für gerade mal eine Million Dollar gedreht und hat immerhin bisher weltweit 48 Millionen Dollar eingespielt. Das nennt man ein gelungenes Investment. Aber ist es das auch für die Zuschauer? Die Kritiker scheinen den Streifen, den sie als "überraschend unheimlich" loben, mehr zu mögen als das Publikum. Nicht so unser Kritiker Christopher Diekhaus, der zwar die "Desktop-Optik" des Films als interessant empfindet, die Geschichte aber als wenig mitreißend.

"Señor Kaplan - Ein Rentner räumt auf"
Komödie
Uruguay
98 Minuten
FSK 0

Komödie über einen in Uruguay lebenden Juden (Hector Noguera), der in einem Deutschen (Rolf Becker) einen Altnazi zu erkennen glaubt und diesen auf eigenen Faust nach Israel entführen will. Der Film von Álvaro Brechner, der auch das Drehbuch geschrieben hat, hat zwar einen ernsten Hintergrund, nutzt diesen aber lediglich als Basis für eine locker-flockige Geschichte mit heiterer Stimmung und farbenfrohen Bildern. Dass die FSK den Streifen ab null Jahren freigegeben hat, spricht Bände. Die deutschen Kritiker loben das Werk überwiegend als melancholisch, sensibel, zugleich aber auch mit einem guten Timing für die Pointen. Auch unser Kritiker Andreas Köhnemann findet die "Gratwanderung zwischen Comedy und Charakterstudie geglückt". Eindeutige Empfehlung also!

"Heil"
Komödie
Deutschland
103 Minuten
FSK 12

Die Komödie erzählt von einem afrodeutschen Schriftsteller (Jerry Hoffmann), der nach einem Gedächtnisverlust zum willfährigen Propagandainstrument von Neonazis wird – mit weitreichenden und turbulenten Folgen. In deutlich satirischer Stoßrichtung arbeitet der Film von Regisseur und Drehbuchautor Dietrich Brüggemann ("Kreuzweg") mit Slapstick, Klamauk, Klischees und Überzeichnungen und karikiert sowohl Nazis als auch Polizei, Verfassungsschutz, Medien und Antifa. Die Rezensenten sind gespalten in ihrem Urteil: Brüggemann hetzt von Gag zu Gag, teilweise treffsicher und bitterböse, teilweise aber auch überdreht und inhaltsleer. Unsere Kritikerin Bianka Pieringer ist allerdings begeistert und vergibt die volle Punktzahl: Fünf von fünf Sternen! "Mit verblüffender Offenheit wird die gar nicht seltene Tendenz, das rechte Auge zuzukneifen und schwierige Themen zu meiden, attackiert", findet sie.

"Desaster"
Komödie
Deutschland
89 Minuten
FSK 12

Skurrile Gangsterkomödie ohne großen Realitätsbezug über einen korrupten und geldgierigen Staatsanwalt (Stefan Kurt), der in Südfrankreich zwei amateurhafte Killer (Jan Josef Liefers und Justus von Dohnányi) auf einen Mafioso (Milan Peschel) ansetzt, um an dessen Geld heranzukommen. Der Werbespruch "Alles lief nach Plan. Aber der Plan war kacke." ist schon einmal großartig, und man wünscht Justus von Dohnányi, der hier sein eigenes Drehbuch verfilmt hat, allen erdenklichen Erfolg. Und viele Kritiker loben den "rabenschwarzen Humor" auch als einen netten Spaß, über den man nicht groß nachdenken muss. Unsere Kritikerin Bianka Pieringer ist indes weniger begeistert: "Der Film hangelt sich von Klamauk zu Kalauer und wirkt zu zerfahren und überdreht."



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