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Berlinale 2022 Generation: Jury und Eröffnungsfilme bekannt gegeben

Kinder und Jugendliche vergeben eigene Preise

In diesem Jahr eröffnet die niederländisch-belgische Co-Produktion "Knor" von Mascha Halberstad den Wettbewerb von Generation Kplus. Der in über 200 Drehtagen entstandene Stop Motion-Film erzählt in aufwendiger, detailverliebter Animation von der neunjährigen Babs, die von ihrem Großvater ein Schweinchen mit dem Hintergedanken geschenkt bekommt, es heimlich für sein Comeback als Würstchenkönig zu nutzen. Rasant komisch und dabei komplex und tiefsinnig erzählt.

Den Auftakt zum Wettbewerb Generation 14plus bestreitet der Film "Allons enfants" von Thierry Demaizière und Alban Teurlai. Der Dokumentarfilm begleitet Jugendliche aus diversen sozialen Milieus in ihrem ersten Jahr am Pariser Lycée Turgot, an dem sie im Hip-Hop-Tanz ausgebildet werden. Der Film vereint Institutionenfilm und Gruppenportrait und begeistert mit Tanzsequenzen, in denen die Jugendlichen in der Bewegung ihr Ventil und ihren Ausdruck finden.

Beide Wettbewerbseröffnungen finden im Haus der Kulturen der Welt statt, in das Generation in diesem Festivaljahr zurückkehrt.

Die internationalen Jurys:

Die drei Juroren der zwei internationalen Jurys verleihen jeweils den Großen Preis für den Besten Film - dotiert mit 7500 Euro - sowie den Spezialpreis für den Besten Kurzfilm - dotiert mit 2500 Euro. Der Preis im Wettbewerb 14plus wird von der Bundeszentrale für Politische Bildung bereit gestellt, im Wettbewerb Kplus ist das Deutsche Kinderhilfswerk Preisstifter.

Die Mitglieder der Internationalen Jury von Generation Kplus:

Daniela Cajías
Die in Bolivien geborene Kamerafrau erhielt 2021 als erste Frau den spanischen Filmpreis Goya für ihre Arbeit an Pilar Palomero's preisgekröntem Spielfilmdebut "Las niñas". Der Film feierte 2020 im Wettbewerb von Generation Kplus seine Weltpremiere. Auch mit "As duas Irenes" von 2017 und "La eterna noche de las doce lunas" von 2013 war Daniela Cajías bei Generation vertreten - zwei Filme, die erfolgreich auf internationalen Festival liefen und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden.

Nicola Jones
Geboren in Halle an der Saale, mit Stationen in Leipzig, München und Berlin, war Nicola Jones als Consultant und Referentin im Bereich Filmförderung sowie internationale Filmbeziehungen und EU-Filmpolitik tätig. 2016 übernahm sie die Leitung des Deutschen Kinder Medien Festivals Goldener Spatz. Als Geschäftsführerin der gleichnamigen Kindermedienstiftung ist sie mit der Initiative KIDS Regio weiterhin auf europäischer Ebene aktiv.

Samuel Kishi Leopo

Der in Mexiko geborene Regisseur, Drehbuchautor und Editor studierte Audiovisuelle Künste in Guadalajara und realisierte zahlreiche Kurzfilme, bis er 2014 sein Langfilmdebut "Somos Mari Pepa" bei Generation präsentierte. 2020 gewann er mit "Los lobos" den Großen Preis der Internationalen Jury Generation Kplus sowie den während der Berlinale vergebenen Friedensfilmpreis. Seit 2021 ist Samuel Kishi Leopo Goodwill Ambassador der UN Organisation für Migration (IOM).

Die Mitglieder der Internationalen Jury von Generation 14plus:

Paolo Bertolin
Der Filmkritiker ist als Festival-Programmer und Kurator für die Internationalen Filmfestspiele von Venedig sowie als künstlerischer Berater für verschiedene internationale Filminstitutionen tätig. Als Produzent war der gebürtige Italiener bereits mehrmals mit Filmen wie "Cha và con và", "Hele Sa Hiwagang Hapis" und "Chitrashala" im Berlinale-Wettbewerb vertreten.

Rubika Shah

Die preisgekrönte, britisch-australischen Regisseurin, Drehbuchautorin und Gewinnerin des BAFTA Breakthrough 2020 war mit "Let's Dance: Bowie Down Under" 2015 erstmals im Wettbewerb von Generation 14plus vertreten. 2017 stellte sie dem Berlinale-Publikum ihren Kurzfilm "White Riot: London" vor. 2020 kehrte sie mit der langen, dokumentarischen Arbeit "White Riot" nach Berlin zurück und erhielt die Lobende Erwähnung der Generation-Jugendjury. Aktuell arbeitet Rubika Shah an "A Saudi Tale" für BBC Film.

Dash Shaw
Mit seinem Debutfilm "My Entire Highschool Sinking into the Sea" war der Comic-Autor und Animator 2017 erstmals bei Generation zu Gast. Sein zweiter Langfilm "Cryptozoo" feierte seine Premiere auf dem Sundance Film Festival und gewann den NEXT Innovator Award. Im Rahmen der 71. Berlinale erhielt der Animationsfilm die Lobende Erwähnung im Wettbewerb 14plus der Internationalen Jury von Generation. Der US-Amerikaner ist Autor mehrerer Graphic Novels, zuletzt erschien "Discipline" bei New York Review Comics.

Die Kinder- und die Jugendjury:

Die jüngsten offiziellen Berlinale-Jurys bilden sieben Berliner Kinder im Alter von elf bis 14 Jahren für den Wettbewerb Generation Kplus sowie fünf Jugendliche für den Wettbewerb Generation 14plus. Sie vergeben unabhängig von den internationalen Jurys die Gläsernen Bären für die Besten Kurz- und Langfilme. Für die Teilnahme in der Kinder- oder Jugendjury können sich alle jungen Festivalbesucher qualifizieren, die über die Filmfragebögen ihre Gedanken und Kommentare zu Generation-Filmen geteilt haben.

Unabhängige Jury Cinema Vision 14plus:

Nach dem ersten Aufschlag im Rahmen der 70. Berlinale 2020 ist auch die unabhängige Jury der AG Kino Gilde e.V. zurück: Zusammen mit dem Kinoverband engagiert sich Generation für die Stärkung von innovativem Kino für junge Menschen – auch über das Festival hinaus. Eine dreiköpfige Jury aus Kinobetreibern vergibt den Preis an einen herausragenden Langfilm aus dem Wettbewerb Generation 14plus. Die Gewinnerfilme werden nach dem Festival auf einer bundesweiten Kinotour durch die AG Kino Gilde und in Zusammenarbeit mit VISION KINO begleitet.

Cross Section-Vorführungen:

Mit den Cross-Section-Vorführungen erhalten Berlinale-Besucher unter 18 Jahren die Chance, eine Auswahl an Filmen aus anderen Sektionen des Festivals, die sich den Lebens- und Sichtweisen junger Menschen widmen, im Rahmen von Generation zu sehen.

In diesem Jahr freut sich die Sektion, den bei Berlinale Special eingeladenen Film "Le chêne" von Laurent Charbonnier und Michel Seydoux einem jungen Publikum präsentieren zu können. Der Dokumentarfilm, der ganz ohne Dialoge oder Kommentar auskommt, erlaubt spektakuläre Einblicke in den Mikrokosmos einer über 200 Jahre alten Eiche.

Berlinale Schulprojekt:

Auch in diesem Jahr engagieren sich die Kooperationspartner Generation und VISION KINO – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz im Rahmen des Berlinale Schulprojekts dafür, das Filmerlebnis im Kino sowie die Einbindung von Filmbildung im Schulunterricht zu fördern. Die Teilnehmenden verschiedener Berliner Schulen erhalten die Gelegenheit, Filmbildung in Zusammenarbeit mit einem internationalen Filmfestival in ihren Unterricht zu integrieren. Die Ergebnisse der Projektarbeit werden umfassend dokumentiert und Interessierten auf der Website www.visionkino.de zur Verfügung gestellt.


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