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Zoolander 2
Zoolander 2
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Zoolander 2 (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Regisseur Ben Stiller spielte 2001 in seiner schrillen, in der Modewelt angesiedelten Komödie "Zoolander" das gleichnamige männliche Supermodel mit dem schwachen Verstand. Nun legt er mit einem Sequel nach, in dem Derek Zoolander ein Comeback versucht, das ihn auf die Spur eines riesigen kriminellen Komplotts führt. Die Modebranche ist nämlich ein Haifischbecken und Interpol verfügt sogar über eine eigene Fashion-Abteilung. Außerdem muss Derek dringend seine Vaterrolle perfektionieren, wenn er seinen Sohn zurückgewinnen will. Die Komödie wartet mit vielen Promi-Cameos auf und einer schrägen Mixtur aus Fashion-Persiflage, Crime, ausgeflippter Fantasie und Witzen unterschiedlicher Qualität.

Dereks Selbstverliebtheit kennt keine Grenzen und sein Schönheitsempfinden keine Kompromisse. Als Hansel ihm die Narbe auf seiner Wange zeigt, die er hinter einer Gesichtsmaske verbirgt, schreit Derek vor Entsetzen und Abscheu laut auf. Als er dann feststellen muss, dass sein Sohn pummelig ist, will er ihm zunächst sofort den Rücken kehren. Im Verlauf der Geschichte gibt ihm der Junge mit seinem scharfen Verstand jedoch ordentlich Paroli. Die Vater-Sohn-Geschichte ist eine der gelungeneren in diesem inhaltlichen Sammelsurium, was auch am guten Spiel des jungen Cyrus Arnold liegt. Ben Stiller selbst, aber auch Owen Wilson kommen hingegen nicht richtig in Fahrt, obwohl sie viel auf Achse sind. Es gibt ein Wiedersehen mit Will Ferrell, der vor allem mit seinem beschwingten Gang für Komik sorgt, und die schöne Penélope Cruz lässt Stiller ihre Brüste anfassen. Die Handlung schraubt sich konsequent ins Abwegige, nämlich in Fantasygeschwurbel einschließlich schwarzer Messe, und landet doch nur immer wieder bei der Rivalität aufgeblähter Egos und Dereks Beschränktheit. Letztere ermüdet schnell, während die Gags über die eitle Fashion-Szene ganz vergnüglich ausfallen können.


Die erstaunliche Anzahl von Star-Cameos, zum Beispiel von Justin Bieber, Katy Perry, Sting, und die Kurzauftritte von Modepromis wie Tommy Hilfiger oder Marc Jacobs sorgen durchgehend für Überraschung und halten den Glamour-Faktor hoch. Die verrückt-verspielten Volten der Geschichte sind jedoch eher Geschmackssache. Der Ideenreichtum versagt gerade an den Stellen, wo er für das Timing wichtig wäre oder punktuell vertieft werden müsste: So gibt es ein EU-Modegefängnis, aber dann fällt den Filmemachern zu seinen möglichen Insassen kaum etwas ein. Wer es gerne überdreht mag, wird bei dieser Komödie vielleicht trotzdem auf seine Kosten kommen.

Fazit: Ben Stiller setzt seine Komödie "Zoolander" über ein selbstverliebtes Supermodel mit geringem Verstand fort und garniert die zwischen Glamour, Krimi und Fantasy tänzelnde Handlung mit zahlreichen Star-Cameos. Die Freude an überdrehten Einfällen überträgt sich nicht immer auf den Zuschauer, aber zu staunen gibt es in diesem verspielten Nonsens-Parcours genug.





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