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Spotlight
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© Paramount Pictures Germany

Kritik: Spotlight (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

"Spotlight" ist der fünfte Spielfilm von Regisseur und Drehbuchautor Tom McCarthy, der eigentlich gelernter Schauspieler ist. Seit den 90er-Jahren spielte er in solch populären Filmen wie "Flechter’s Visionen", "Flags of our fathers" oder "Michael Clayton", seit dem Jahr 2010 konzentriert er sich vornehmlich auf das Inszenieren von Filmen. "Spotlight" beruht auf einer wahren Geschichte. Für ihren investigativen, den unfassbaren Missbrauchsskandal aufdeckenden Journalismus wurde das "Spotlight"-Team 2003 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet, der höchsten Presse-Auszeichnung überhaupt. McCarthy schrieb das Drehbuch für den Film bereits 2013, im Jahr darauf begannen die Dreharbeiten, u.a. in den originalen Büroräumen des "Boston Globe" und der Boston Public Library. "Spotlight" wurde für mehrere Oscars und Golden Globe Awards nominiert.

Ähnlich wie Enthüllungsfilm-Klassiker wie "Die Unbestechlichen" oder "Die drei Tage des Condors" aus den 70er-Jahren, hält sich "Spotlight" exakt an die wahren Ereignisse und die Fakten, auf denen der Film beruht. Dass dadurch – ganz ohne Fiktion – ein an Dramatik kaum zu überbietender, packender Journalismus-Thriller herauskommt, beweist abermals, dass das wahre Leben immer noch die spannendsten – und in diesem Fall leider auch die grausamsten – Geschichten schreibt. Obwohl der Ausgang natürlich bekannt ist und man fast den gesamten Film über nichts weiter sieht als Investigativ-Reporter bei der Arbeit (beim Recherchieren, in Archiven, Gerichtsverhandlungen, Interviews etc.), kommt zu keiner Zeit der 130 Minuten Langeweile auf.

Dies ist vor allem das große Verdienst von Filmemacher Tom McCarthy, der in seiner bisherigen Regie-Karriere sein großes Talent für dramatische Stoffe bereits deutlich unter Beweis gestellt hat (z.B. bei "Station Agent" oder "The Visitor"). Hier führte er nicht nur Regie sondern schrieb auch am Skript mit. Wie es ihm gelingt, mit einfachsten, reduzierten filmischen und inszenatorischen Mitteln eine stetige Atmosphäre der Anspannung und Beklemmung zu erzeugen, ist große Kunst. Schließlich kommt der minimalistische Film ganz ohne Effekthascherei oder CGI aus. Ein Beweis dafür, dass in der Traumfabrik nach wie vor herausragende Filme jenseits bombastischer, knalliger Special-Effects-Orgien á la "Transformers" oder "The Avengers", entstehen können.

Zu erwähnen sei noch die exzellent-exquisite Besetzung dieses Edel-Enthüllungs-Dramas. Egal ob Liev Schreiber als idealistischer, mutiger Zeitungs-Chef, der alle möglichen Risiken der Recherchen und Story auf sich nimmt oder Michael Keaton als verbissen und akribisch recherchierender "Spotlight"-Chef: alle Darsteller sorgen für mitreißende – und vor allem glaubhafte – Darbietungen.

Fazit: Mit reduzierten filmischen Mitteln inszenierter, ins Mark treffender Enthüllungs-Thriller mit exquisiter Besetzung, die sich vor Paranoia-Klassikern wie "Die Unbestechlichen" oder "The Insider" nicht verstecken muss.





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