VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Killer's Bodyguard
Killer's Bodyguard
© 20th Century Fox

Kritik: Killer's Bodyguard (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Dass er knallharte Action mit Humor und lockeren Sprüchen verbinden kann, hat Patrick Hughes 2014 mit dem dritten Teil der "Expendables" bewiesen. Auch Hughes' nächster Film setzt auf diese Mischung, übertreibt es dabei aber gehörig mit der Gewalt. Angesichts der Mangelware an buddy movies in den deutschen Kinos hat "Killer's Bodyguard" durchaus seinen Reiz, bleibt wie die "Expendables"-Reihe aber letztlich entbehrlich.

Die Action in dieser Komödie ist mit wenigen Ausnahmen sehenswert, angesichts des geringen Budgets von geschätzten 30 Millionen US-Dollar zum Teil gar atemberaubend. In Kombination mit Tom O'Connors Drehbuch, das die Handlung ohne große Verschnaufpausen vorantreibt, fegen all die Faustkämpfe, Schießereien und Verfolgungsjagden geschickt über manche Ungereimtheit und manches Logikloch hinweg, können die große Schwäche dieses Films aber nicht verbergen.

Die liegt in der krassen Diskrepanz von Humor und Brutalität. Zwar liefern sich Samuel L. Jackson und Ryan Reynolds als Killer und Bodyguard einen größtenteils gelungenen Schlagabtausch, doch Patrick Hughes verlässt sich allzu sehr auf deren Dynamik und verliert dabei eine einheitliche Linie aus den Augen. Seine Komik pendelt stets zwischen den Extremen. Hier wechselt leichtfüßige Ironie, wenn etwa Ryan Reynolds einem Barkeeper sein Herz ausschüttet, während hinter ihm die Hölle losbricht, mit hartem Zynismus, wenn Reynolds wenig später einen seiner Häscher zu Chuck Berrys Song "Little Queenie" besonders grausam ins Jenseits befördert. Das ist nur auf den ersten Blick witzig. Ließe man die Musik weg, wäre die Szene nur schwer zu ertragen. Genau hier zeigt sich, wie viel ungelenker Patrick Hughes mit Komik umgeht als vergleichbare Regisseure wie Matthew Vaughn ("Kick-Ass"), Guy Ritchie ("Snatch") oder Quentin Tarantino ("Pulp Fiction").

"Killer's Bodyguard" als harmlose Genreparodie auf die leichte Schulter zu nehmen, wäre zu kurz gegriffen. Zum einen bedarf eine Parodie nicht der im Film gezeigten Brutalität. Zum anderen treibt die Komödie ihre Übertreibungen in manchen Bereichen dafür nicht weit genug. Das komplette Setting erinnert mehr an einen Politthriller denn an eine Komödie und dementsprechend düster und ernsthaft inszeniert Patrick Hughes manche Szenen. Zum Rest des Films will auch das nie so ganz passen.

Fazit: "Killer's Bodyguard" ist sehenswert inszeniert und kurzweilig erzählt, findet allerdings nie das richtige Maß. Die zwei Hauptfiguren liefern sich einen amüsanten Schlagabtausch, bleiben aber recht eindimensionale Abziehbilder, was im krassen Gegensatz zur Ernsthaftigkeit des Handlungsgerüsts, der Abgründe des Bösewichts und der Brutalität der Actionszenen steht. Von den Klassikern der Buddy-Komödie ist Patrick Hughes' Film ein gutes Stück entfernt.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.