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Kritik: Unbreakable- Unzerbrechlich (2000)


Erst knapp ein Jahr ist es her, da wühlte M. Night Shyamalan die Öffenlichkeit mit seinem sehr gut gemachten, aber dennoch für falsche Qualitäten gelobten "The Sixth Sense" auf. Jetzt kommt sein vielerwarteter neuer Film in die Kinos. "Unbreakable" ist dabei nicht ganz so verbissen ernst wie sein Vorgänger. Der Thriller bietet hervorragende Kameraarbeit und sehr gute Darsteller, was einen sehr genüsslichen Kinoabend garantiert.

Auch "Unbreakable" beginnt mit einem Mysterium. Wie viele Tage war der einfache Security-Angestellte David Dunn (Bruce Willis) eigentlich krank? Er findet diese anonym gestellte Frage eines Tages an seiner Windschutzscheibe, als er von einem Trauergottesdienst für die Opfer eines Zugunglücks zurückkommt. Er hat dieses Unglück als einziger überlebt, zudem noch unversehrt. Die Frage stammt, so stellt sich heraus, von Elijah Price (Samuel L. Jackson), dem Besitzer eines Comickunstladens. Dieser ist ein gebrechlicher Mann, er leidet an einer selten Knochenkrankheit, die diese so schnell wie Glas brechen lässt. Er ist, so sagt er, auf der Suche nach seinem Gegenstück im Leben, einem Mann, der unverletzlich erscheint. In David, so hofft er, hat er dieses Gegenstück nun gefunden...

Wie schon "The Sixth Sense" ist "Unbreakable" mehr als ein Drama, denn ein Thriller. Shyamalan schafft es, durch eine dichte Atmosphäre seine Figuren als Menschen zu zeichen. Mit Bruce Willis hat er wieder eine hervorragende Besetzung gefunden, vielleicht noch besser, als schon bei "The Sixth Sense". Dazu kommt ein hervorragend aufspielender Samuel L. Jackson, dem die Rolle des zwielichtig-charismatischen Comicverkäufers auf den Leib geschrieben scheint. Aber auch die Familie David Dunns ist sehr gut besetzt. Sowohl der junge Spencer Treat Clark als Sohn Joseph, als auch Robin Wright Penn als seine sich von ihm abkapselnde Ehefrau Audrey haben tragende Rollen. Sie spielen den Hintergrund zu Dunns Leben, auf das Shyamalan seinen Fokus setzt. Hier, in der zerrüttelten Familie, zeigen sich die ersten Veränderungen in Dunns Dasein.

Ich kann auf die vielen Stärken von "Unbreakable" nicht eingehen, ohne zuviel von der Handlung zu verraten. Ich möchte aber auch kein Spielverderber sein. Deshalb beschränke ich mich auf die Aussage, dass die Figur des David Dunn eine interessante Wandlung durchmacht, und dass M. Night Shyamalan diese auch mit der Kamera wunderbar einfängt. Die ändert sich kaum merklich, der Film selbst behält immer einen wunderbar beruhigenden, langsamen Stil bei. Shyamalan ist wie schon bei "The Sixth Sense" vor allem ein hervorragender Regisseur. Er baut wiederum eine unbeschreiblich schöne, mystische Atmosphäre auf, die auch durch die herausragende Musik von James Newton Howard getragen wird.

Obwohl ich so oft "The Sixth Sense" wieder erwähnt habe, so sind die Gemeinsamkeiten doch nur auf technischer Ebene und beim düster-spannenden Setup zu finden. "Unbreakable" ist ein eigenständiger Film. Er ist ein Thriller, der auch mit übernatürlichen Elementen spielt, diese aber sicher nicht in den Mittelpunkt stellt. In "Unbreakable" geht es vor allem um die Figuren, um ihre Ängste und ihre Entscheidungen. Dies macht den Film so stark. Er fängt das Leben ein, packt dazu ein paar Wünsche, die wohl jeder Normalbürger schon einmal hatte und endet in einer spannenden Thrillerhandlung. Dadurch wird "Unbreakable" ein sehr unterhaltsamer Film, weitaus leichter inszeniert und ohne die wenigen Drehbuchschwächen, die Shyamalan bei seinem Durchbruch verzeichnen musste. "Unbreakable" ist ein Film, den man sich angesehen haben sollte. Perfekte gemachte Unterhaltung.






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