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Thor (2010)

US-Fantasy-Film von Kenneth Branagh mit Chris Hemsworth und Natalie Portman.User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.2 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 10 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Asgard - das sagenumwobene Königreich der Götter. Hier hat sich der mächtige Thor (Chris Hemsworth) als wagemutiger und tapferer Krieger einen Namen gemacht. Doch durch eine rücksichtslose, mutwillige Entscheidung entfesselt der ebenso arrogante Donnergott aufs Neue einen seit Generationen befriedeten Krieg im Götterreich. Zur Strafe wird Thor daraufhin von seinem Vater Odin (Anthony Hopkins) auf die Erde verbannt und ist gezwungen, sein Dasein unter den Menschen zu fristen. Die Rückkehr in seine Heimat ist ihm erst gestattet, wenn er gelernt hat, seine Überheblichkeit zu zügeln und seine Kräfte nach den göttlichen Regeln von Asgard zum Wohle aller einzusetzen.

Es ist ein harter Aufschlag auf der Erde für Thor - im wahrsten Sinne des Wortes. Die Wissenschaftlerin Jane Foster (Natalie Portman) und ihr Team nehmen den jungen Mann auf, der direkt vor ihren Augen wie ein Stein vom Himmel fällt. Auch das Militär wird schnell auf den ungewöhnlich kampferprobten Fremden aufmerksam. Denn dieser hadert schwer mit seinem Schicksal und stößt bei der Suche nach seinem Machtsymbol, dem Hammer, immer wieder an die Grenzen der irdischen Welt. Doch dann bietet sich ihm die Gelegenheit zur Bewährung: Ein übermächtiger Gegner, der im Verbund mit den dunkelsten Kräften seiner Heimat Asgard steht, beginnt, die Erde mit einem Inferno zu überziehen. Nur Thor ist in der Lage, die Menschheit zu beschützen...

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Filmkritik

Der Hammer ist er nicht, Branaghs Thor. Im Vergleich zu Sam Raimis erstem "Spider-Man", Christopher Nolans "Dark Knight" und Marvels eigenem "Iron Man" eher schon ein Faustkeil: Für einen Shakespeare-Experten vom Theater wagt Branagh nur wenig eigene Handschrift oder überhaupt eigenständige Ideen; tatsächlich wirkt seine Inszenierung erstaunlich glatt und stellenweise steril. Für meist kurzweiligen Spass reicht es aber allemal. Auch ist der Pathos bei Weitem nicht so peinlich, wie es einige Trailer befürchten ließen.

Die Story mischt gemäß der Comic-Vorlage Charaktere und Motive der nordischen Mythologie mit traditionellem Marvel-Superheldentum. Anders als Hulk und Konsorten muss Thor jedoch nicht lernen, mit außergewöhnlichen Kräften umzugehen, sondern wie man ohne sie überlebt. Er ist nämlich ein selbstgerechter und unbeherrschter Gott und Thronanwärter, der in einem stark vergoldeten CGI-Asgard haust. Nachdem Thor unter Einfluss seines manipulativen Bruders Loki (Tom Hiddleston) eine längst begrabene Fehde mit Eisriesen neu entfacht, schickt ihn sein Vater Odin (Anthony Hopkins) zur Strafe ohne Abendbrot ins Bett ohne Kräfte und Hammer nach Midgard (die Erde), wo er prompt der Astrophysikern Jane (Natalie Portman) vor die Füße plumpst.
Mit Thors Fall fällt auch der Humor über die Handlung ein, vom Niveau her stetig zwischen leiser Selbstironie und Lächerlichkeit pendelnd (geht ein Gott in 'nen Zooladen und verlangt ein Ross…) - seine konsequente Selbstüberschätzung und Überheblichkeit sorgen auf der Erde nur für Lacher.
Der Rest der Geschichte konzentriert sich dann auf die Lösung des Vater/Sohn- und Bruder/Bruder-Konfliktes, mit ein paar mehr Effekten und teils opulentem Kitschrausch. Ach ja, und nebenbei wird auch noch die wohl unüberzeugendste Romanze in der Geschichte der Comic-Verfilmungen abgearbeitet. Heraus ragt Hiddleston als zwielichtiger Loki, während Hopkins dazu reduziert wird, würdevoll dreinzublicken (was ihm tatsächlich auch einäugig gelingt). Der Australier Hemsworth schlägt sich in der Titelrolle ganz passabel und zeigt besonders in komischen Szenen, was er eigentlich kann. Das wird ihm vom Drehbuch eher schwer gemacht: Seine Wandlung zu mehr Besonnenheit und Demut auf der Erde kommt innerhalb der Geschichte stark aufgesetzt herüber.

Es scheint, als habe sich Branagh von den vielen erbosten Fanboy-Reaktionen auf seine Wahl als Regisseur verunsichern lassen und sich dann in vorauseilendem Gehorsam geübt. Wenn man nicht wüsste, wer den Film inszeniert hat, könnte man es kaum ahnen. Das einzig erkennbare Handschriftliche – schiefe Blickwinkel – nervt schon nach der zweiten schrägen Totale.
Unterm Strich ist Thor ein unterhaltsames, routiniertes Actionspektakel: Sehenswert, aber kein Muss.




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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA
Jahr: 2010
Genre: Action, Fantasy, Comic-Verfilmung
Länge: 115 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 28.04.2011
Regie: Kenneth Branagh
Darsteller: Natalie Portman, Chris Hemsworth, Tom Hiddleston
Verleih: Paramount Pictures Germany

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THOR (Chris Hemsworth)
Thor ist ein wahrer Hüne. Genau genommen steigt der nordische Donnergott mit einem Kampfgewicht von 290 kg bei einer Größe von 1,98 m auf die Erde herab. Doch er ist kein [...mehr] aalglatter Super-Saubermann, sondern ein Typ mit Ecken und Kanten. Das führt dazu, dass ihn sein Göttervater Odin aus seiner Heimat Asgard verbannt, um den hochmütigen Sohn Demut zu lehren. So wird Thor ohne seine göttlichen Kräfte und vor allem ohne seinen mächtigen Hammer Mjolnir auf das harte Pflaster der Erde geworfen. Der Heimat und seiner Superkräfte beraubt, muss er sich nun unter den Menschen mit ihren eigentümlichen Bräuchen zurechtfinden, was ihm verständlicherweise nicht immer leicht fällt.

ODIN (Anthony Hopkins)
Odin ist nicht nur Göttervater von Thor und Loki, sondern auch König aller nordischen Gottheiten. Was seine Kräfte betrifft, ist er noch um einiges mächtiger als Thor und dank seiner Lebenserfahrung ist Odin ein wahrer Quell der Weisheit. Seine Stärke und sein Wissen machen ihn zum unumstößlichen Herrscher und Verteidiger von Asgard.

HEIMDALL (Idris Elba)
Heimdall schützt seit geraumer Zeit die Götterwelt von Asgard und bewacht deren mächtiges Einganstor. Wobei er nicht dem Befehl von Odin untersteht, sondern nach eigenen Maximen bzw. denen von Asgard handelt. Seine Kräfte sind so gewaltig, dass er es selbst mit den Göttersöhnen Thor und Loki aufnehmen kann. Er ist in der Lage, mit seinen Sinnen kleinste Details wahrzunehmen, die sich in komplett anderen Welten abspielen, was seine Fähigkeiten als Wächter noch verbessert.

LOKI (Tom Hiddleston)
Loki ist der Gegenspieler von Thor. Und er ist zugleich sein Bruder, was den Konflikt zwischen den beiden noch brisanter macht. Darüber hinaus könnten die beiden kaum unterschiedlicher sein, denn während Thor sich als impulsiver, aber gutherziger Heißsporn charakterisieren lässt, handelt Loki zwar stets wohlüberlegt, versucht aber immer durch hinterlistige Tricks ans Ziel zu kommen.

DESTROYER
Einst von Odin als kraftvolle und unzerstörbare Waffe zum Schutz von Asgard geschaffen, gehorcht der Destroyer nur dem, der gerade Macht über ihn hat. Loki gelingt es, die Kontrolle über den Destroyer zu übernehmen, mit dem Ziel sowohl die Menschheit als auch Thor zu vernichten...

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