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Der Hobbit: Eine unerwartete Reise - Plakat
Der Hobbit: Eine unerwartete Reise - Plakat
© Warner Bros.

Kritik: Der Hobbit - Eine unerwartete Reise (2012)


Mit Spannung wurde Peter Jacksons Verfilmung von Tolkiens Klassiker "Der Hobbit"erwartet. Hat er doch mit seiner "Herr der Ringe"-Trilogie nicht nur bei Fans großen Anklang gefunden, sondern auch im Hinblick auf den Fantasy-Film neue Maßstäbe gesetzt. "Der Hobbit"knüpft in Ästhetik nun weitgehend an die Vorgänger an: Die Welten in Mittelerde sind beeindruckend, auch Kreaturen wie die Orks sind überzeugend. Dabei setzt Peter Jackson nicht nur auf 3D, sondern erstmals auf High Frame Rate (HFR) mit 48 Bildern statt der üblichen 24 Frames pro Sekunde. Diese Technik sorgt für eine sehr große Klarheit, aber auch Künstlichkeit der Bilder. Dadurch wird das Fantastische dieser Welt reduziert und insbesondere Szenen, in denen sich eine menschliche Figur bewegt und gekämpft wird, wirken künstlich. Allerdings gewöhnt man sich erstaunlich schnell an die Schärfe der Bilder.

Erzählerisch nimmt sich Peter Jackson, der mit Fran Walsh und Guillermo del Toro das Drehbuch geschrieben hat, durchaus einige Freiheiten gegenüber der Vorlage. Es werden Hintergrundgeschichten zu den Figuren erzählt, die dem Film das Tempo nehmen, außerdem werden sehr viele Details geschildert. Das ist allein schon dem Entschluss geschuldet, abermals eine Trilogie zu drehen, dieses Mal aber von einem deutlichen kürzeren Buch. Daher weist bereits der erste Teil deutliche Längen auf. Zudem wird insbesondere in dem ersten Drittel des Films auch deutlich, dass sich die Buchvorlage an Kinder richtet: die Zwerge kommen nach und nach in Bilbos Haus, plündern die Speisekammer und machen es sich gemütlich. Dazu passend stimmen sie eine Gesangseinlage ein, die fast schon an die Schneewittchen-Zwerge denken lässt. Mit Beginn der "unerwarteten Reise"müssen sich dann vor allem Bilbo (Martin Freeman) und der Zwergenführer Thorin Eichenschild (Richard Armitrage) anfreunden, aber dabei helfen ihnen zahlreiche Auseinandersetzungen mit Orks und anderen Kreaturen. Hier wird der Film deutlich düsterer und grausamer.

Schauspielerisch vermag Martin Freeman als junger Bilbo zu überzeugen – und er spielt zurückhaltender als Elijah Wood in den "Herr der Ringe"-Filmen, der auch dieses Mal als Frodo zu sehen ist. Ohnehin sind viele Schauspieler aus der Ringe-Trilogie abermals mit dabei: der gute Ian McKellen als Zauberer Gandalf, Cate Blanchett als Galadriel, Ian Holm als älterer Bilbo, Christopher Lee als Saruman, Hugo Weaving als Elrond und – abermals beeindruckend – Andy Serkis als Gollum. Neben Martin Freeman überzeugt auch Richard Armitrage als Zwergen-Prinz – allerdings ist er auch der einzige Zwerg, dem Charakter verliehen wird. Die anderen Begleiter der Reise bleiben zumindest in diesem ersten Teil noch austauschbar.

Insgesamt ist es bei dem ersten Teil der "Hobbit"-Trilogie alles etwas zu viel: ein zu langer Film, zu scharfe Bilder und vor allem zu viel Musik. Es gibt kaum eine Szene, die nicht mit bedeutungsschwangerem Score von Howard Shore unterlegt ist. Ihrem Ziel sind die Reisenden indes kaum näher gekommen. Immerhin – sie können es schon in der Ferne sehen.

Fazit: Zu lang, zu viel Musik, zu scharfe Bilder - aber Tolkien- und "Herr der Ringe"-Fans werden auch den "Hobbit" sehr gerne sehen.





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