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The Danish Girl
The Danish Girl
© Universal Pictures International Germany

Kritik: The Danish Girl (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Um gleich einem Missverständnis zuvorzukommen: "The Danish Girl" ist nicht die detailgetreu nacherzählte Lebensgeschichte des intersexuellen Menschen Einar Wegener, der sich sich später Lili Elbe nennen sollte und sich 1930 in Berlin einer der ersten geschlechtsangleichenden Operationen unterzog. Vielmehr beruht Tom Hoopers eindrucksvoll auf Hochglanz getrimmtes Drama auf dem gleichnamigen Bestseller von David Ebershoff, der Lilis Elbe Biografie lediglich als Ausgangspunkt für eine fiktive, spekulative Liebesgeschichte nutzt.

Hooper und seine Drehbuchautorin Lucinda Coxon entfernen sich sogar noch weiter als Ebershoff von der Wirklichkeit und verschweigen nicht bloß Gerda Wegeners lesbische Beziehungen, sondern ebenso das Scheitern von Einar und Gerda Wegeners Ehe. Das Ergebnis ist ein stromlinienförmiger Film, der durch sein aufwändiges Produktionsdesign, die namhaften Darsteller sowie seinem ganz den Hollyowood-Konventionen verpflichteten Storytelling große Sprünge in Richtung Oscar macht.

Man kann das bewundern und staunen, über Eddie Redmaynes und noch mehr über Alicia Vikanders schauspielerische Leistungen, über die großartig in Szene gesetzten Dekors und Kostüme und Hoopers klare Regie. Aber wie auch so manch anderer perfekter Unterhaltungsfilm erweckt "The Danish Girl" über weite Strecken den Eindruck einer Leistungsschau, die zeigt, was in Hollywood zur Zeit inhaltlich und technisch möglich ist, aber keinen Schritt darüber hinausgeht. Überraschungen, mutige Entscheidungen oder tiefere Einsichten sucht man hier vergeblich.

Fazit: Tom Hoopers "The Danish Girl" bietet perfekte Unterhaltung in Hochglanzoptik. Überraschungen oder mutige künstlerische Entscheidungen sucht man in diesem konventionellen Hollywood-Drama allerdings vergeblich und so kommt der Eindruck einer allzu glatten Leistungsschau auf.





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