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Kritik: Rocketman (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Dem Briten Dexter Fletcher ("Eddie the Eagle") fiel Ende 2017 die Aufgabe zu, die Regie des Biopics "Bohemian Rhapsody" über die Rockband Queen und deren Leadsänger Freddie Mercury 16 Tage vor Drehschluss zu übernehmen und damit seinen Kollegen Bryan Singer zu ersetzen. In "Rocketman" widmet er sich nun auf Basis eines Skripts von Lee Hall ("Victoria & Abdul") dem Werdegang des 1947 geborenen Musikers Elton John, der als Reggie Dwight eine wenig harmonische Kindheit und Jugend in der Londoner Peripherie verlebte. Wie aus dem schüchternen Knaben ein junger Mann mit Begeisterung für Rock 'n' Roll und schließlich ein exzentrischer Künstler in schrillen Outfits wurde, schildert das Werk in einem stimmigen Mix aus klassischer Filmbiografie und einfallsreichem Musical.

Als erzählerische Klammer dient eine Gruppentherapiesitzung, zu welcher der Protagonist in einem extravaganten Kostüm hinzustößt. In Rückblenden werden die Verhältnisse im Elternhaus, die ersten Schritte im Musikbusiness, die enge Freundschaft zum Songschreiber Bernie Taupin, die toxische Beziehung zum Manager und vorübergehenden Lebenspartner John Reid sowie der mit übermäßigem Alkohol- und Drogenkonsum einhergehende Absturz des Chartstürmers gezeigt. Die Hits von Elton John dienen dabei (unabhängig von ihrer jeweiligen Entstehungszeit) als Musical-Nummern, um die Gefühlslage der Hauptfigur zu vermitteln. Die Kombination aus überbordender Energie und sensiblen Themen gelingt hervorragend. Die Einsamkeit, die der junge Reggie Dwight und (nicht minder) der erfolgreiche Elton John empfinden, wird stets ernst genommen. Auch dass der umjubelte Star lange Zeit damit hadert, schwul zu sein, wird feinfühlig thematisiert.

Taron Egerton, der seinen Leinwand-Durchbruch mit der Spionage-Komödie "Kingsman: The Secret Service" (2014) feierte und unter Fletchers Regie bereits die Hauptrolle in "Eddie the Eagle" (2015) spielte, verkörpert den Musiker mit bemerkenswerter Hingabe; auch als Sänger vermag er vollauf zu überzeugen. Des Weiteren liefern Jamie Bell ("Billy Elliot") als loyaler Freund und Songtexter, Richard Madden ("Game of Thrones") als eigennütziger Geschäftsmann und Bryce Dallas Howard ("Jurassic World") als verbitterte Mutter sehr gute Leistungen.

Fazit: Eine fantasievoll gestaltete und zugleich äußerst empathische Mischung aus Biopic und Musical, in der Taron Egerton als Elton John zu glänzen vermag.




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