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Toy Story 4: Alles hört auf kein Kommando
Toy Story 4: Alles hört auf kein Kommando
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Toy Story 4: Alles hört auf kein Kommando (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Für die überaus erfolgreichen "Toy Story"-Filme läutet Disney-Pixar nun, 24 Jahre nach dem Beginn der Reihe und neun Jahre nach "Toy Story 3", eine späte vierte Runde ein. Unter der Regie von Josh Cooley gibt der treue Spielzeug-Cowboy Woody erneut sein Bestes im Einsatz für sein Kind, das ja inzwischen nicht mehr Andy heißt, sondern Bonnie. Er darf nicht zulassen, dass Bonnie ihr neues Lieblingsspielzeug Forky verliert. Seine Abenteuer in einem Antiquitätenladen und auf einem Rummelplatz geben dem Animationsfilm einen turbulenten Charakter. Die Zuschauer erwartet ein Wiedersehen mit Porzellinchen aus den ersten beiden Filmen, die sich mächtig verändert hat. Außerdem tauchen neue Spielzeugcharaktere auf, die mit Woody um sein Dauerthema, das Verhältnis von Bewahren und Veränderung, kreisen.

Die Grundidee der Reihe, dass Spielsachen, wenn sie von Menschen unbeobachtet sind, zum Leben erwachen, sorgt auch diesmal für vergnüglich-witzige Unterhaltung. Dem stets pflichtbewussten Woody ist diesmal eine gewisse Müdigkeit anzumerken, während er sich tapfer in den Ring wirft, um Forky zu Bonnie zurückzubringen. Seine glücklichste Zeit war bei Andy, und die ist vorbei. Aber er lässt eben niemanden im Stich – auch nicht seine Spielzeugfreunde. So rührt ihn diesmal das Schicksal der kinderlosen Puppe Gabby Gabby. Dabei sorgt sie mit ihren Helfern, den stummen Bauchrednerpuppen, für eine gruselige Stimmung im Antiquitätenladen. Andere Spielsachen wie der prahlerische kanadische Stuntman Duke Caboom lockern die Atmosphäre mit Komik wieder auf.

Es gibt so vieles, was diesen Film zum Vergnügen macht. Da wäre der Humor, der auch herb werden kann und nicht immer Rücksicht auf die Gefühle der Spielzeuge nimmt. Da wäre Woodys idealistischer Glaube an die Beziehung der Kinder zu ihren Spielsachen, der immer wieder geprüft wird. Da sind die vielen kleinen Ideen, die das Zeug zum großen Drama hätten, etwa wenn Woody seine Freundin Porzellinchen herzen möchte, aber gleich zurückscheut, weil sich ein solches Benehmen für ihn wohl nicht ziemt. Früher sah man in Filmen menschliche Cowboys und Sheriffs für Recht und Ordnung kämpfen und für das eigene Glück, nun beweist animiertes Spielzeug, dass es vergleichbares dramatisches Potenzial besitzt.

Fazit: Der fabelhaften Spielzeugfigur Woody ein viertes "Toy-Story"-Abenteuer zu gönnen, erweist sich als goldrichtige Entscheidung. Denn unter der Regie von Josh Cooley zündet der Animationsfilm von Disney-Pixar ein buntes Feuerwerk aus Action, Komik und Gefühl, gepaart mit philosophischer Tiefe. Wie weit muss ein Spielzeug gehen, um sein Kind glücklich zu machen? Woody jedenfalls wagt sich wieder einmal weit hinaus in die aufregende Welt, um abhanden gekommenes Spielzeug zu retten und befreundeten Objekten zu helfen. Das Beste an diesen herrlichen Figuren ist, dass sie das Schicksal lieber in die eigene Hand nehmen, als passiv in der Spielkiste zu liegen.




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