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Jumanji: Willkommen im Dschungel
Jumanji: Willkommen im Dschungel
© Sony Pictures

Kritik: Jumanji: Willkommen im Dschungel (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das "Jumanji"-Original von 1995 wurde für Robin Williams zu einem seiner größten Kino-Hits der 90er-Jahre. Lange plante Sony Pictures aufgrund der Beliebtheit des Films, eine Fortsetzung beziehungsweise ein zeitgemäßes Remake zu realisieren. Im September 2016 war es dann so weit: Die Dreharbeiten zur Fortsetzung begannen. Diese fanden auf Hawaii sowie in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia statt. Inszeniert wurde der rund 70 Millionen teure Film von Jake Kasdan. Kasdan machte sich in den letzten Jahren vor allem mit seinen massentauglichen Komödien einen Namen. Darunter "Bad Teacher" (2011) und "Sex Tape" (2014). Weltpremiere feierte "Jumanji" im Dezember 2017 im Pariser Le Grand Rex.

Die Fortsetzung von Regisseur Kasdan punktet an ganz anderer Stelle, als es das Original mit Robin Williams tat. Denn der große Reiz des Films geht nicht von den Effekten und CGI-Tieren aus (wie es 1995 noch der Fall war), sondern vom bunten, kuriosen Figurenkarussell. Dieses sorgt für allerlei pointierten Witz und etliche Lacher, gerade wegen der Unterschiedlichkeit der eigentlichen (jugendlichen) Protagonisten, die jetzt Avatare sind. Avatare, deren Stärken, Schwächen sowie Fähigkeiten sich nicht krasser von denen der Teenager unterscheiden könnten.

Da steckt dann plötzlich der emotionale, ängstliche Spencer im muskulösen Körper des Abenteuers Dwayne Johnson. Die Hülle verändert sich, das Innere – also Spencer – bleibt gleich: urkomisch wird es dann eben, wenn sich der Muskelmann Johnson, ein Musterbeispiel an Maskulinität, verhält wie Spencer, also verschüchtert und ängstlich ist. Oder wenn das hübsche IT-Girl Bethany plötzlich im Körper eines kleinen, pummeligen Jack Black steckt. Beste Momente: wenn Bethany dem Muskelmann Johnson immer wieder schöne Augen macht. Dabei aber zu vergessen scheint, dass sie ja im Körper des dicklichen Kartografen steckt.

Der Humor stimmt also, und ebenso die Harmonie unter den Darstellern sowie deren Spielfreude. Negativ aber fällt die Tricktechnik auf. Gerade was die Animation der Tiere anbelangt, wäre im Jahre 2017 deutlich mehr drin gewesen. Die Nashörner etwa wirken bei ihrer Verfolgungsjagd durch den Dschungel derart unecht und damit ungefährlich, dass man nostalgisch an die bahnbrechenden Tricks und Animationen des "Jumanji"-Originals zurückdenkt. Denn diese verfehlten ihre Wirkung einst nicht. Sie erzeugten Nervenkitzel und Spannung. Auch ist die Handlung des mit fast zwei Stunden Laufzeit deutlich zu lang geratenen Films freilich arg dünn und spärlich. Einige Szenen wirken daher wie aufgebläht und künstlich ausgedehnt, nur um die Laufzeit noch weiter zu strecken.

Fazit: Humor top, Effekte und Story Flop. Die Fortsetzung des Originals mit Robin Williams überzeugt mit einer gelungenen Überarbeitung und Modernisierung des Konzepts, gerade was den Humor anbelangt. Die Idee, Teenager in sich von ihnen gänzlich unterscheidende Avatare schlüpfen zu lassen, ist stark umgesetzt. Leider enttäuschen die Effekte, denen es zum Beispiel nicht gelingt, die Tiere realistisch aussehen zu lassen.





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