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Minions
Minions
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Minions (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Die gelben kleinen Helfer des Superschurken Gru spielten sich 2010 in "Ich – Einfach unverbesserlich" und 2013 im Fortsetzungsfilm mühelos in die Herzen des Publikums. Bei ihnen geht es immer schnell zur Sache, wenn auch oft nicht mit dem gewünschten Ergebnis. So eigenwillig wie die Minions ist auch ihre Sprache: Regisseur Pierre Coffin, der das ersehnte Spin-Off mit Kyle Balda inszeniert hat, leiht den frechen Kerlchen seine Stimme und seine Sprachfantasie – ein unverständliches Kauderwelsch mit lateinischem Einschlag, durchsetzt von aufgeschnappten Brocken wie "Ukulele", "Kumbaya", "Masel tov".

Der Animationsfilm ist ein Spaß ganz im Geist der Minions, die sich immer selbst treu bleiben und auch hier nicht korrumpiert werden. Die Filmemacher lieben ihre Figuren genug, um sich wirklich etwas für sie einfallen zu lassen in diesem Prequel, in dem es um ihre Herkunft und ihre Abenteuer geht, bevor sie sich Gru anschließen. Es zeigt sich, dass die gelben Brüder bereits dem Tyrannosaurus Rex, Dracula und der britischen Queen zu schaffen machten und selbst in dem historischen Moment zur Stelle waren, als die Beatles in Kolonne den Zebrastreifen überquerten. Die Geschichte landet nach einer herrlich spritzigen Einführung in den späten 1960er Jahren. Obwohl es immer wieder auch um die vielen daheimgebliebenen Minions geht, konzentriert sich die Haupthandlung auf drei Exemplare – ein gelungener Kunstgriff, um die Charaktere und ihr Miteinander detaillierter schildern zu können. Kevin, Stuart und Bob lachen sich gegenseitig gerne aus, wenn ihnen etwas misslingt, oder schieben den jeweils anderen die Schuld zu. Aber sie sind auch ein Team, das sich anstrengt, der Superschurkin Scarlet Overkill zu dienen, die sich als schrecklich undankbar erweist. Die Minions sind auch diesmal herrlich subversiv, denn sie erreichen oft das Gegenteil von dem, was sie wollten und merken, dass sie auch damit ganz zufrieden sein können.

Der Film schwelgt mit vielen Referenzen, auch musikalisch, in der Flower-Power-Ära, erinnert an Hippies, Psychedelik, Superhelden-Comics und bezieht in seinen kulturellen Exkurs auch britische Tradition und sogar die Artussage mit ein. Dennoch schwimmen die Minions in all den Abenteuern stets obenauf und bezaubern mit dem unvergleichlichen Timing ihrer Späße. Diese sind oft rein pantomimisch und kommen dabei so sparsam wie treffsicher auf den Punkt. So etwas gelingt nur, wenn echte Inspiration dahintersteckt. "Minions" ist ein rundes Vergnügen, ein Film, der die in ihn gesetzten hohen Erwartungen mit Leichtigkeit erfüllt.

Fazit: Das Spin-Off mit den gelben Helferlein aus "Ich – Einfach unverbesserlich" könnte besser nicht sein: Die pantomimische Komik der Unruhestifter ist unschlagbar präzise, ihr eigenwilliger Charakter bleibt unkorrumpiert und die kurzweilige Geschichte bietet außer Einfallsreichtum auch eine charmante Hommage an die Flower-Power-Ära.




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