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The Best Exotic Marigold Hotel 2
The Best Exotic Marigold Hotel 2
© 20th Century Fox

Kritik: The Best Exotic Marigold Hotel 2 (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die Erfolgskomödie "Best Exotic Marigold Hotel", die 2012 in die deutschen Kinos kam, gehörte zu den Filmen, die einen längst fälligen Perspektivwechsel in Bezug auf das Altwerden einläuteten. Sie räumte nämlich mit der Vorstellung auf, dass Senioren hauptsächlich langweilig in Erinnerungen schwelgen. Dabei half sie auch, die Silver Ager, die ja zu den fleißigen Kinobesuchern zählen, als Protagonisten interessanter Leinwandgeschichten zu entdecken. Die zündende Idee basierte darauf, von finanziellen Sorgen und gesellschaftlicher Missachtung gedrückte Rentner nach Indien in ein wie ein Hotel geführtes Seniorendomizil zu schicken. Dort blühen sie im warmen Klima und der ungewohnten Wertschätzung auf und stürzen sich erneut ins Leben. Die Fortsetzung, bei der wieder John Madden Regie führt, spinnt das Rezept des fruchtbaren Culture-Clash fort. Diesmal stehen allerdings romantische Geschichten im Vordergrund und es fehlt der Reiz des Neuen, der den ersten Film so attraktiv machte.

Das Wiedersehen mit den sympathischen Charakteren wie dem zu blumigen Übertreibungen neigenden Sonny oder der sarkastischen Muriel Donnelly bereitet Freude. Dev Patel spielt den jungen Hotelbesitzer erneut als liebenswerten, wortstarken Aufschneider. Maggie Smith darf wieder die griesgrämige Alte mit dem guten Herzen sein, die den anderen, zum Beispiel Evelyn, gerne über den Mund fährt. Leider aber macht den meisten Figuren das Fortsetzungs-Syndrom zu schaffen: Sie sollen mehr vom Gleichen bieten, ohne einen weiteren Entwicklungsprozess zu durchlaufen. Lediglich Bill Nighy kann seine Rolle des Douglas unter diesen Bedingungen noch etwas persönlicher, lebendiger gestalten. Er wandelt linkisch-charmant auf Freiersfüßen und wirkt glaubhafter als Richard Gere, der als Guy auch die Liebe entdecken muss, kaum dass er in Jaipur angekommen ist.

Diesmal stirbt niemand, auch wenn es zeitweise so aussieht, als hätte einer Person die letzte Stunde geschlagen. Der Tod wird zwar thematisiert, aber humorvoll: Sonny hat einen morgendlichen Anwesenheits-Appell eingeführt, um zu entdecken, ob jemand in der Nacht gestorben ist. Auf der ruhigen Gartenterrasse oder wenn sich der Abenddunst über Jaipur legt, entsteht wieder diese entzückende exotische Atmosphäre, die schon der erste Film so gut einfing. Dazu trägt auch die indische Musik bei, allerdings nicht so sehr in jenen Szenen, die die Nähe zum Bollywoodfilm suchen: Denn dann tanzt das Hochzeitspaar Sonny und Sunaina so aufgedreht, als verlange die Geschichte unbedingt noch viel junges Feeling.

Fazit: Die Fortsetzung des Komödienhits "Best Exotic Marigold Hotel" bietet ein charmantes Wiedersehen mit den fidelen britischen Senioren und ihrem jungen indischen Pensionswirt in Jaipur. Allerdings fehlt diesmal der Reiz des Neuen und die Handlung besteht fast nur aus romantischen Geschichten, denen es ein wenig an Inspiration mangelt.




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