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Der Marsianer - Rettet Mark Watney
Der Marsianer - Rettet Mark Watney
© 20th Century Fox

Kritik: Der Marsianer - Rettet Mark Watney (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Der Marsianer - Rettet Mark Watney" kehrt Regisseur Ridley Scott nach "Prometheus - Dunkle Zeichen" zum zweiten Mal zu dem Genre zurück, mit dem er mit "Alien" (1979) und "Bladerunner" (1982) einst Filmgeschichte schrieb. Anstatt wie bei "Prometheus" auf eine wuchtige pseudo-philosophische Geschichte zu setzen, die hart am Abgrund der Lächerlichkeit entlang schrammt, ist "Der Marsianer" sehr frisch und unverkrampft.

Die Story zum Film stammt vom gleichnamigen Debütroman des IT-Nerds und Autors Andy Weir. Der weirde Andy hat zum Erzielen eines möglichst hohen Realitätsgrads unter anderem extra ein Programm geschrieben, das Bewegungen auf dem Mars realistisch berechnen kann. Diese Detailverliebtheit und fast wissenschaftliche Exaktheit macht Mark Watneys täglichen Überlebenskampf auf dem Mars zu einem extrem spannenden und zudem sehr realistisch wirkenden Abenteuer.

Der Clou an der Sache ist, dass "Der Marsianer" seinen Thrillerplot immer wieder durch extrem lustige Sequenzen auflockert. Dies geschieht nicht in der Art, dass eine grundsätzlich bitter ernste Geschichte mit einzelnen humoristischen Einlagen durchsetzt wird. Stattdessen gelingt es Ridley Scott diese beiden so unterschiedlichen Tonalitäten perfekt miteinander zu verknüpfen und immer wieder äußerst geschmeidig zwischen einem nägelkauenden Survival-Thriller und einem flotten Mars-Spaß zu wechseln, ohne dass man das Gefühl hat, dass eines der beiden konträren Elemente fehl am Platz wäre.

Anspannung und Komik verstärken sich hier gegenseitig. Eine der ersten Szenen zeigt in quälender Länge und Deutlichkeit, wie Mark Watney (ein sehr muskulöser Matt Damon) sich einige tief in seinen Körper eingedrungene Metallteile aus dem Bauch entfernt und sich selbst verarztet. Die fast sadistisch wirkende Sequenz macht deutlich, wie ernst Marks Lage ist und mit welcher unbeirrbaren Zielstrebigkeit, er dem begegnet, indem er einfach immer einen notwendigen Schritt nach dem anderen macht. Wenn er später bei Discomusik zwischen mit seiner eigenen Scheiße gedüngten Kartoffelkeimen tanzt, dann ist das ein hart erarbeiteter Spaß.

Fazit: "Der Marsianer" zeigt die funkige Seite des Survivalthrillers im All.




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