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Pettersson und Findus II - Das schönste Weihnachten...haupt
Pettersson und Findus II - Das schönste Weihnachten überhaupt
© Senator Film © Wild Bunch

Kritik: Pettersson und Findus II - Das schönste Weihnachten überhaupt (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Im Jahr 2014 überraschte Regisseur Ali Samadi Ahadi ("Salami Aleikum") das junge Kinopublikum mit einer wunderbaren, frischen Realfilmversion der "Pettersson und Findus"-Geschichten. Das heißt, der kleine freche Kater Findus bekam in "Pettersson und Findus – Kleiner Quälgeist, große Freundschaft" einen echten Menschen an die Seite gestellt, war aber selber animiert. Ebenso wie die seltsamen winzigen Mucklas, die vom alten Pettersson unbemerkt in seinem Haus eine kleine Kolonie gegründet hatten. Der Kater und der kauzige Mensch hauchten dem beschaulichen Schmunzel-Universum der Buchvorlagen des Schweden Sven Nordqvist eine fröhliche Lebendigkeit ein, die ihren Charme noch betonte. So ist die Fallhöhe für Samadis zweite Verfilmung nach einem Drehbuch von Thomas Springer ziemlich hoch.

Um es gleich zu sagen, der Vergleich fällt für diesen zweiten Film nicht besonders gut aus. Zuallererst fallen zwei Sachen störend auf: Erstens passt die Stimme von Roxana Samadi nicht mehr wirklich zum kleinen Kater. Die Tochter des Regisseurs, die ihre Stimme dem Tier schon 2014 lieh, spricht jetzt deutlich mit einer fraulich-sanften Klangfarbe, die dem Wesen des quirligen Kindskopfs Findus im Grunde zuwiderläuft. Die zweite Irritation betrifft Pettersson, der diesmal nicht mehr von Ulrich Noethen, sondern von Stefan Kurt dargestellt wird. Schon nach wenigen Minuten, in denen sich dieser neue Pettersson zum tollpatschigen Hampelmann macht, stellt sich die Frage, warum dieser Schauspielerwechsel denn sein musste. Denn mit ihm geht eine tendenziell unvorteilhafte Neuinterpretation der Figur einher. Pettersson ist ja bekanntlich ein schrulliger Eigenbrötler, aber hier lässt ihn der Slapstick als Persönlichkeit angreifbarer und schwächer erscheinen.

Außerdem fallen auch noch technische Mängel bei der visuellen Gestaltung auf. Die Green-Screen-Hintergründe sind deutlich als unecht erkennbar, wenn sich die realen Personen – Pettersson, Nachbarin Beda oder der Angler Gustavsson – in der verschneiten Landschaft bewegen. Trotz alledem verfügt natürlich auch diese Geschichte über viele spaßige Details in und um Petterssons urigem Häuschen in der ländlichen Idylle. Nett sind die ständigen kleinen Meinungsverschiedenheiten von Pettersson und seinem Kater oder die Tatsache, dass Findus als Kinderfigur für den Erwachsenen Verständnis und Toleranz aufbringen muss. Wie es Kinder zuweilen für ihre Eltern tun, weist Findus dem sturen Pettersson sogar den Weg zu neuen Erkenntnissen.

Fazit: Das zweite deutsche Kino-Abenteuer des schwedischen Bilderbuch-Duos Pettersson und Findus in der Form eines Realfilms mit animiertem Kater fällt im Vergleich zum Vorgängerfilm deutlich ab. So war Regisseur Ali Samadi Ahadi 2014 bei der ersten Inszenierung beispielsweise noch ohne Verlegenheitslösungen wie einer tollpatschigen Figurenzeichnung ausgekommen, die hier den Charme des schrulligen alten Katzenbesitzers doch wiederholt einschränkt.




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