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Kritik: Bad Moms (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Ratgeber und Tipps zum Thema "Erziehung" gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Unzählige Bücher verraten, wie wir mit unseren Kindern umgehen sollen. Und Blogs beschreiben, was eine perfekte Mutter oder einen perfekten Vater ausmacht. Das große Angebot ist sicher hilfreich, schürt allerdings auch Erwartungen, die vollkommen überzogen sind. Nicht alles muss strukturiert und geplant sein, da der familiäre Alltag schnell zu einem Spießroutenlauf ausarten kann. Genau diese Erfahrung macht die dauergestresste Vorstadtmama Amy (Mila Kunis) in der neuen Regiearbeit der "Hangover"-Autoren Jon Lucas und Scott Moore, die den elterlichen Optimierungswahn in umfangreichem Maße auf die Schippe nehmen.

Nicht selten setzt "Bad Moms" dabei auf einen lauten und dreckigen Humor, der zuweilen auch am Ziel vorbeischießt. Erschreckend peinlich wird es jedoch nicht, da Amy und ihre neuen Freundinnen Carla (Kathryn Hahn) und Kiki (Kristen Bell) trotz aller Eskapaden ihr Herz am rechten Fleck tragen. Leichtfüßig werfen sich die drei Hauptdarstellerinnen die Bälle zu, wobei vor allem Kathryn Hahn als frivole, aber liebenswerte Proll-Mutter mit einer unbändigen Energie hervorsticht. Schöne Szenen bekommt auch die im Zentrum der Handlung stehende Amy geschenkt. Etwa wenn sie ihren Gatten (David Walton) beim Online-Fremdgehen erwischt, was er mit einer wunderbar absurden Ausrede zu erklären versucht.

Obwohl die Figuren, allen voran die spießig-kontrollwütige Elternvorsitzende Gwendolyn (Christina Applegate), schablonenhaft ausfallen, gelingen dem Film mit Blick auf sein Thema einige amüsante Beobachtungen, die alle Perfektionisten zum Nachdenken bringen sollten. Etwas mehr Gelassenheit an der Front der Erziehungsberechtigten ist sicher nicht verkehrt, zumal Kinder durchaus in der Lage sind, Eigenverantwortung zu übernehmen. Erkenntnisse, die selbstverständlich sein müssten, in Zeiten von durchgetakteten Tagesabläufen und Helikoptereltern aber häufig in Vergessenheit geraten.

Bedauerlich ist, dass Lucas und Moore ihre größtenteils amüsante Parodie auf den heutigen Familienalltag mit einem formelhaften dritten Akt beschließen, der allzu brav daherkommt. Hier praktizieren sie "Malen nach Zahlen" mit altbekannten Wendungen und wenig Mut zum Risiko. Lustig wird es dann wieder im Abspann, der eine kleine, bezogen auf die Thematik allerdings äußerst nette Überraschung bereithält.

Fazit: Ein spannendes Thema, einige gelungene Pointen und überzeugende Darstellerinnen reichen am Ende leider nicht, um aus "Bad Moms" eine richtig starke Komödie zu machen. Schuld daran ist vor allem ein uninspiriertes Schlussdrittel, das alle Konflikte schön säuberlich auserzählt.




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