VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Solo: A Star Wars Story
Solo: A Star Wars Story
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Solo: A Star Wars Story (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Solo: A Star Wars Story", das zweite Ableger-Werk im "Star Wars"-Universum nach "Rogue One" (2016), blickt auf eine äußerst chaotische Produktionsgeschichte mit etlichen Gerüchten zurück. So wurde etwa das ursprüngliche Regie-Duo Phil Lord und Christopher Miller wenige Wochen vor dem geplanten Ende der Dreharbeiten entlassen und durch Ron Howard ("Apollo 13", "A Beautiful Mind") ersetzt, welcher angeblich 70 Prozent des Films neu drehte. Über den Hauptdarsteller Alden Ehrenreich hieß es indes, er habe vor Ort Schauspielunterricht benötigt, um der Rolle überhaupt gerecht werden zu können.

Zur kinematografischen Katastrophe, die derlei Meldungen vermuten ließen, ist das Endprodukt jedoch erfreulicherweise nicht geworden – vielmehr handelt es sich um ein grundsolides Event-Movie, das Science-Fiction-Elemente recht gekonnt mit Western-, Heist- und Abenteuerfilm-Motiven kombiniert und somit auf durchaus positive Art und Weise an das spielerische Hollywood-Kino der 1980er Jahre, etwa an die "Indiana Jones"-Reihe, erinnert. "Solo" bietet "Star Wars"-Fans viele kleine Details und Insiderwitze, funktioniert allerdings auch als eigenständiges Werk mit sympathischen (sowie sympathisch unsympathischen) Figuren, Verfolgungsjagden und zu bewältigenden Aufgaben. Während die Stärke von "Rogue One" in der individuellen Handschrift des Regisseurs Gareth Edwards lag, ist es hier vor allem das Personal, das zu beeindrucken vermag: Wie der Protagonist Han und der als "Bestie" eingeführte Wookie Chewbacca zu Freunden werden ist ebenso schön wie die Beziehung zwischen dem Schmuggler Lando Calrissian und der im Original von Phoebe Waller-Bridge gesprochenen Droidin L3-37, die sich für die Gleichberechtigung künstlicher Intelligenzen einsetzt. Unterhaltsam ist auch das ambivalente Verhältnis zwischen Han und dem durchtriebenen Banditen Tobias Beckett.

Aus dem durchweg guten Ensemble ragt der charismatische Donald Glover ("Community") als junger Lando hervor – und auch Alden Ehrenreich kann im Titelpart entgegen aller Klatschgeschichten überzeugen. Neben Action, Humor und einnehmenden Figuren hat "Solo" einige beachtliche Schauplätze zu bieten – sei es der Sumpf-Planet Mimban, die dekadente Yacht des Syndikat-Führers Dryden Vos oder die Minenkolonie auf dem Planeten Kessel, wo eine Rebellion der Sklaven entbrennt. Gänzlich verzichtet wird hingegen auf Pathos – wodurch dieser Film bei allen Schauwerten fast schon bescheiden wirkt.

Fazit: Ein versiert gemachter, im besten Sinne altmodischer Weltraum-Western mit Heist-Plot, der mit Witz und seinem Personal punkten kann.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.