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Holmes & Watson
Holmes & Watson
© Sony Pictures

Kritik: Holmes & Watson (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Zum dritten Mal nach "Ricky Bobby - König der Rennfahrer" (2006) und "Stiefbrüder" (2008) stehen die beiden auf Komödien spezialisierten Darsteller Reilly und Ferrell hier gemeinsam vor der Kamera. "Holmes & Watson" wurde von Eton Cohen inszeniert, der vor allem für seine Drehbücher für Komödienhits wie "Tropic Thunder" und "Men in Black 3" bekannt ist. Der Film entstand für rund 40 Millionen US-Dollar an verschiedenen Drehorten in der britischen Hauptstadt London.

Tote in Geburtstagskuchen, Bruchlandungen auf Gemüse, heillos überfüllte Kleiderschränke und "Selfies" mit einer riesigen Boxkamera aus dem 19. Jahrhundert – diese Sketch-Beispiele fassen den Humor von "Holmes & Watson" eigentlich gut zusammen. Dieser ist in den meisten Fällen albern, blutleer und – das schlimmste von allem – leider viel zu oft nicht witzig. Hinzu kommen ebenso leidlich komische, völlig aus dem Zusammenhang gerissene Parodien auf bekannte Filme (etwa auf den 90er-Jahre-Klassiker "Ghost" mit Patrick Swayze oder auch "Titanic") oder Popkultur-Phänomene.

Einige Male gelingt es Regisseur Cohen, Anspielungen auf politische und mediale Ereignisse der jüngeren Zeit gekonnt einzubauen, etwa wenn Holmes in einer Szene unerwartet mit einem "Make-Britain-great-again"-Kleidungsstück aufwarten lässt. So etwas wie Spannung, erzählerische Finesse oder glaubhafte Figurenentwicklung bleiben jedoch gänzlich auf der Strecke. Und das, obwohl der Film über ein illustres, eigentlich hochtalentiertes Aufgebot an Haupt- und Nebendarstellern verfügt. Doch egal ob John C. Reilly, Ralph Fiennes, Rebecca Hall oder Lauren Lapkus als gerichtsmedizinische Assistentin: Sie alle bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück, was der unausgereiften, wenig tiefgründigen Figurenzeichnung geschuldet ist.

Nur ein oder zweimal gelingen den insgesamt blassen Nebenfiguren starke Auftritte, einer davon geht auf das Konto von Hugh "Dr. House" Laurie. Alles in allem wäre hier deutlich mehr möglich gewesen. Gerüchten zufolge lehnte sogar der Streamingriese "Netflix" das Angebot ab, "Holmes & Watson" in sein Angebot mit aufzunehmen. Kein Wunder, aufgrund des infantilen, stumpfsinnigen und damit letztlich enttäuschenden Humors.

Fazit: Peinliche Sketche und ebenso dümmlicher wie unnötiger Fremdschäm-Humor sowie eine spannungsarme Verbrecherjagd, machen aus "Holmes & Watson" eine insgesamt unnötige und ärgerliche Kriminalparodie.




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