oder
Boss Baby - Schluss mit Kindergarten
Boss Baby - Schluss mit Kindergarten
© Universal Pictures International

Kritik: Boss Baby - Schluss mit Kindergarten (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit einem weltweiten Einspielergebnis von fast 530 Millionen Dollar entwickelte sich "The Boss Baby" 2017 zu einem der erfolgreichsten Animationsfilme des Jahres. Da war es kein Wunder, dass Animationskünstler und Regisseur Tom McGrath ebenso den zweiten Teil, für den ihm 125 Millionen Dollar an Budget zur Verfügung standen, inszenieren durfte. Die Sprecher sind ebenfalls dieselben wie in Teil Eins.

Und leider handelt es sich auch inszenatorisch und dramaturgisch eher um einen lauwarmen Aufguss des ersten Films, der mit seiner bonbonbunten Optik und dem Dauerfeuerwerk an Slapstick-Szenen, Action sowie frechen One-Linern bereits eine Reizüberflutung hervorrief. Aber mit der Prämisse um ein Baby, das von Geschäftssinn und kapitalistischen Eigenschaften durchzogen ist, zumindest inhaltlich etwas völlig Neues und damit Kurzweil bot. Dies geht dem zweiten Teil leider weitestgehend ab. Hauptgrund ist die überkonstruierte, kalkulierte und gelangweilt abgespulte Story mit ihren ins Leere laufenden Handlungssträngen. Und: die unglaubwürdigen, unmotivierten Motive, Prämissen und Wendungen.

Das beginnt schon bei dem Grund, wieso sich die Brüder Tim und Ted überhaupt erst wieder in Babys zurück verwandeln sollen. Hinzu kommt auch diesmal eine verworrene, laute und reißerische Inszenierung, die viel zu knallig und unstet geraten ist. McGrath und sein Team gehen übertrieben aggressiv und schrill vor, wenn sie auf der Leinwand ihr Feuerwerk an überdrehten Action-Szenen, Verfolgungsjagden, (schlechten) Witzen und Neueinführungen von Figuren zünden. Das ist zu viel, zu wild, zu grell und zu impulsiv. Vor allem für die junge Zielgruppe. Da helfen klischeehafte, kitschige Sätze wie "Wir sind eine Familie, wir halten immer zusammen" auch nicht.

Immerhin: die Animationen, allen voran der detailreichen und optisch beeindruckenden Landschaften sowie (Hintergrund-)Kulissen, sind über jeden Zweifel erhaben. Das betrifft sowohl die Settings und Schauplätze in den Wohnungen, der Kleinstadt oder innerhalb der Werkshallen der Baby Corp als jene die in die imposante Natur eingebettet sind.

Fazit: "The Boss Baby 2" ist ein viel zu wilder, reißerischer und reizüberflutender Film, der mit Gewalt den Erfolg des ersten Teils wiederholen will und deshalb dessen Stilmittel und Elemente billig und gelangweilt kopiert.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.