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The Last Duel
The Last Duel
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Deutsche Filmstarts: Matt Damon kämpft "The Last Duel"

Für Christoph Maria Herbst ist es "nur eine Phase, Hase"

Eine sehr geschäftige Kinowoche steht an, die ein buntes Programm bietet. Vom Ritterepos "The Last Duel" von Altmeister Ridley Scott über die berührende Liebesgeschichte "Supernova" mit dem Traumpaar Colin Firth und Stanley Tucci bis zur Romanverfilmung "Es ist nur eine Phase, Hase" durch Florian Gallenberger ist für jeden Geschmack etwas dabei. Was lohnt den Kinobesuch? Und wann lässt man das Portemonnaie besser stecken?

"The Last Duel"
Abenteuer
USA
152 Minuten
FSK 16

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Weil Aussage gegen Aussage eines Ritters (Matt Damon) gegen seinen befreundeten Knappen (Adam Driver) über die Vergewaltigung der Frau (Jodie Comer) des Ritters durch den Junker steht, befiehlt der König (Alex Lawther), dass sich die Rivalen duellieren.

Ridley Scott ("The Martian") ist inzwischen 83 Jahre alt, aber der englische Regisseur zeigt keinerlei Ermüdungserscheinungen. Während bereits die Trailer für seinen "House of Gucci" - ebenfalls mit Adam Driver - laufen, kommt hier sein mit epischer Größe aufgeladener in Irland gedrehter US-Abenteuerfilm auf die Leinwand. Das Drehbuch der befreundeten Schauspieler Ben Affleck und Matt Damon, die hier auch beide mitwirken, basiert auf dem gleichnamigen Roman des amerikanischen Autoren Eric Jager aus dem Jahr 2004. Wie "Rashomon" fächert der Film die Geschichte aus der jeweiligen Perspektive der drei Hauptfiguren auf. Als Kritik an systematischer Frauenfeindlichkeit ist die 20th Century Studios-Produktion nicht so wirkungsvoll wie wahrscheinlich beabsichtigt. Nichtsdestotrotz überzeugt das Werk als gut gespieltes und zum Nachdenken anregendes grandioses Ritterspektakel. Die Kritiken sind gut.

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"Résistance - Widerstand"
Drama
Frankreich
121 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Ihr könnt, müsst aber nicht!

Der berühmte Pantomime Marcel Marceau (Jesse Eisenberg) schließt sich während des Zweiten Weltkriegs der Résistance in Frankreich an und hilft, eine Gruppe jüdischer Waisenkinder vor den Nazis zu retten.

Die Absichten dieses französischen Dramas sind so ehrenwert wie seine Schwächen - qualitativ abfallende Darstellungen, eine teilweise kitschige und allzu simplifizierende Inszenierung durch den venezolanischen Regisseur und Drehbuchautoren Jonathan Jakubowicz ("Hands of Stone") - offensichtlich sind. Dennoch ist die Warner Brothers Pictures-Produktion teilweise packend. Die Kritiken sind gemischt.

Unser Kritiker Andreas Köhnemann kommt ebenfalls zu einem gemischten Urteil: "Ein oft recht formelhaftes Biopic mit Schwächen, dem es dennoch gelingt, die einnehmende Aura von Marcel Marceau zu vermitteln – nicht zuletzt dank Jesse Eisenberg und der übrigen Besetzung."

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"The Ice Road"
Thriller
USA
108 Minuten
FSK 16

Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

Drei schwere Trucks und sechs Fahrer sollen lebensrettendes Bohrgerät zu einer Diamantenmine transportieren, wo zwei Dutzend Bergleute verschüttet wurden. Da die Zeit knapp wird, führt die Route über den zugefrorenen Winnipeg-See, dessen Eis allmählich schmilzt...

Zehn Jahre nach seinem überzeugenden Kriminalfilm "Kill the Irishman" ("Bulletproof Gangster") hat Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Hensleight wieder das Megaphon zur Hand genommen, mit diesmal weniger überzeugendem Ergebnis. Das Beste an diesem anfangs fesselnden US-Thriller ist der nordirische Hauptdarsteller Liam Neeson. Die zunehmend komplizierte Handlung ermüdet letztlich durch ihre Konstruktion. Die Wild Bunch-Produktion hat schlechte Kritiken erhalten.

Etwas milder ist unser Rezensent Falk Straub: "Jonathan Hensleigh hat einen eisigen Film gedreht, der aus den Neunzigern zu stammen scheint. Die Handlung und Action sind im besten Sinne old school. Und immerhin ist neben dem alten Knochen Liam Neeson mit Amber Midthunder auch eine Heldin mit von der Partie. Selbst wenn der Streifen weit entfernt von den Top-Produktionen des Genres ist, bietet er ordentliche Unterhaltung."

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"Supernova"
Drama
Großbritannien
95 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Ein Pianist (Colin Firth) und sein an Demenz erkrankter Lebensgefährte (Stanley Tucci) brechen in einem Campingbus zu einer letzten Reise durch England auf, um Freunde und Familie zu besuchen und an Orte zurückzukehren, an denen sie einst unbeschwerte Tage erlebten.

Zwei grandiose Hauptdarsteller weisen den Weg in das Herz zerreißende britische Drama von Regisseur und Drehbuchautor Harry Macqueen ("Hinterland"), das sich mit dem emotionalen Tribut befasst, den man entrichten muss, wenn man seine Sterblichkeit akzeptiert. Die Kritiken der Weltkino-Produktion sind fast durchweg hymnisch.

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"Boss Baby - Schluss mit Kindergarten"
Animation
USA
107 Minuten
FSK 6

Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

Tim und sein kleiner Bruder erwachsen geworden und haben sich auseinander gelebt. Ein neues Boss Baby sorgt dafür, das Familiengeschäft neu zu beleben.

Diese Universal Pictures-Fortsetzung zu "The Boss Baby" von 2017 steht leider exemplarisch für das, was man oft an Sequels kritisieren muss: Dasselbe vom Gleichen, nur in schlechter. "The Boss Baby: Family Business" - so der Originaltitel - ist erneut von Regisseur und Drehbuchautor Tom McGrath verantwortet worden, der dank der netten Animation eine schmerzfreie Unterhaltung zumindest für die ganz Jungen in Szene gesetzt hat. Der US-Animationsstreifen hat gemischte Kritiken erhalten.

Unser Kollege Björn Schneider senkt klar den Daumen: "Ein ist viel zu wilder, reißerischer und reizüberflutender Film, der mit Gewalt den Erfolg des ersten Teils wiederholen will und deshalb dessen Stilmittel und Elemente billig und gelangweilt kopiert."

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"Die Schule der magischen Tiere"
Fantasy
Deutschland
92 Minuten
FSK 0

Unsere Empfehlung: Ihr könnt, müsst aber nicht!

Eine Drittklässlerin (Emilia Meier) muss sich in einer neuen Stadt und an einer Schule zurecht finden. Das gelingt erst, als ihre Lehrerin (Nadja Uhl) den Schülern je ein magisches Tier zur Seite stellt, wofür die Klasse aber zur echten Gemeinschaft wachsen muss.

Und auch dieser deutsche Fantasy-Film ist nur etwas für die Jüngeren. Die Adaption der seit 2013 erfolgreich veröffentlichten Kinderbuchreihe von Margit Auer ist nett anzuschauen, aber von Gregor Schnitzler ("Was tun, wenn's brennt?") einfallslos inszeniert. Die ersten Kritiken für die Leonie-Produktion sind schlecht.

Unser Kritiker Falk Straub ist ganz anderer Meinung: "Regisseur Gregor Schnitzler hat die Vorlage mit Liebe zum Detail und für die Figuren adaptiert. Abwechslungsreich, spannend und witzig. Großes Kino für die Kleinen."

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"Es ist nur eine Phase, Hase"
Komödie
Deutschland
105 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Ihr könnt, müsst aber nicht!

Ein Schriftsteller (Christoph Maria Herbst) in der Midlife- und Schaffenskrise wäre gerne noch einmal jung, wild und unvernünftig. Doch als seine Frau (Christiane Paul) nach einem One-Night-Stand eine Beziehungspause vorschlägt, stürzt er in eine tiefe Depression.

Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Maxim Leo und Jochen-Martin Gutsch aus dem Jahr 2018 durch Regisseur und Drehbuchautor Florian Gallenberger ("Grüner wird's nicht, sagte der Gärtner und flog davon") bietet viele Gags, davon aber zu viele aus der Abteilung "plump". Es sind wie so häufig die guten Schauspieler, die einen für das Ganze gewinnen. Die Majestic-Produktion hat gemischte Kritiken erhalten.

Ausgewogen in seinem Urteil ist unser Rezensent Björn Schneider: "Die überzeugend gespielte Midlife-Crisis-Komödie sorgt mit ihrer hohen Gag-Dichte und den vielen bizarren Gastauftritten für Kurzweil und gute Unterhaltung. Bisweilen übertreibt der Film es jedoch mit seinem infantilen, makabren Humor."

Hier geht es zu den kompletten Filmstarts


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