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Kritik: The Shape of Water - Das Flüstern des Wassers (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Guillermo del Toro war schon immer ein Filmemacher, der auf den ersten Blick gegensätzliche Versatzstücke der Popkultur zu einem stimmigen Kinoerlebnis zusammenfügen konnte. Bunte Comic-Action trifft im Universum des mexikanischen Regisseurs auf zarte Liebesgeschichten, Historiendramen auf Fantasy und düstere Science-Fiction auf Wortwitz und visuelle Verspieltheit.

Auch mit "Shape of Water – Das Flüstern des Wassers" wagt sich del Toro nun an eine ungewöhnliche Genre-Mixtur: In seinem neuen Film verbinden sich nämlich Motive des klassischen Monsterfilms mit denen US-amerikanischer Musical-Romanzen aus den 1940ern.

Dass das blendend funktioniert, liegt zu einem großen Teil an del Torro selber, der hier nicht bloß Regie führt, sondern zudem gemeinsam mit Vanessa Taylor für das Drehbuch verantwortlich ist, und so seine ganz persönliche Vision umsetzen kann. Wie bereits in der Vergangenheit erweist sich der Mexikaner dabei als ausgewiesener Kenner des Genre-Kinos und bedient sich lustvoll und oftmals mit einem Augenzwinkern bei dessen Konventionen.

Dennoch ist "Shape of Water" weit mehr als ein ironisches Spiel mit der Popkultur: Denn del Toro meint es ernst und erzählt auf eine erwachsene, geradlinige Weise von der Liebe und gibt dem Publikum wie auch schon in seinen vorangegangenen Filmen eine humanistische Botschaft mit auf den Weg.

Bemüht oder aufgesetzt wirkt das zu keinem Zeitpunkt, wofür neben der schwungvollen Inszenierung vor allem zwei wunderbare Hauptdarsteller sorgen: Sally Hawkins als stumme Reinigungskraft und Doug Jones als Fischmonster spielen hier ein unvergessliches Leinwandpaar, dessen Zuneigung nicht nur Genregrenzen mit faszinierender Leichtigkeit überwindet.

Fazit: Guillermo del Toro beweist mit "Shape of Water" erneut, dass er auf stimmige Weise scheinbar gegensätzliche Versatzstücke der Popkultur zusammenführen kann. Seine Monsterfilm-Romanze begeistert dank einer schwungvollen Regie, dem lustvollen Spiel mit Genrekonventionen sowie dem wohl ungewöhnlichsten Leinwandpaar des Jahres.




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