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Sonic the Hedgehog
Sonic the Hedgehog
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Sonic the Hedgehog (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Sonic the Hedgehog" basiert auf der gleichnamigen, berühmten Videospiel-Reihe aus dem Hause Sega. Das erste Videospiel erschien 1991 für die 16-Bit-Heimvideo-spielkonsole Sega Mega Drive. Schnell erlangte der sich in Überschallgeschwindigkeit fortbewegende Igel Kultstatus und wurde zum Maskottchen der Firma Sega. "Sonic the Hedgehog" entstand ab Sommer 2018 unter anderem im kanadischen Vancouver für knapp 100 Millionen Dollar.

Mit "Sonic the Hedgehog" gelingt Regisseur Jeff Fowler ein inhaltlich und dramaturgisch wenig überraschendes, dafür aber äußerst rasantes Animations-Abenteuer um das beliebte Sega-Aushängeschild. Die Story von der Freundschaft zwischen einem (animierten) Hauptcharakter und seinem menschlichen, väterlichen Freund (überraschend tiefgründig und ausdrucksstark: James Marsden) ist bei Weitem nicht neu, aber "Sonic the Hedgehog" legt seinen Schwerpunkt ohnehin mehr auf den slapstickhaften Humor und die wilden Verfolgungsjagden.

Letzteres bietet sich geradezu an, schließlich ist Sonics (etwas enervierend: die Synchronstimme von Youtuber Julien Bam) größter Trumpf dessen Geschwindigkeit. Zu den Höhepunkten im Film zählen eine temporeiche Hatz rund um die Welt (so braust der blaue Igel unter anderem über die chinesische Mauer oder vorbei am Eiffelturm) sowie eine ulkige Schlägerei-Szene in einer Bar, in der sich Sonic ebenfalls seine Geschwindigkeit zu Nutze macht. Doch auch in fahrbaren Untersätzen gestalten sich die Verfolgungsjagden schweißtreibend und vergnüglich – vor allem für ein junges Publikum. Bestes Beispiel: eine spektakuläre Hatz über die Autobahn, die vor kreativen Einfällen strotz und in der Technik-Freak Dr. Robotnik so manch skurrile Waffe und verrücktes Gadget einsetzt.

Überhaupt Jim Carrey: Vom Grimassenschneiden versteht der einstmalig bestbezahlte Komödien-Darsteller Hollywoods noch immer etwas. Seine Darstellung ist bewusst übertrieben gehalten und lebt von einer grandiosen Überzeichnung. Schade ist, dass sich der Film praktisch gar nicht auf Sonics Geschichte als Kult-Videospielfigur aus den Anfängen der Heimvideokonsolen beruft. Nostalgisch ist das Werk zu keiner Zeit, das will es gar nicht sein. Die ein oder andere Anspielung und Reminiszenz auf weitere Charaktere und Level der legendären Spiele wäre dennoch wünschenswert gewesen – selbst wenn der Film in unserer heutigen Zeit beziehungsweise modernen Welt angesiedelt ist.

Fazit: Auf ein sehr junges Publikum zugeschnittene, zeitgemäße und extrem temporeiche Umsetzung der Geschichte um das beliebte Sega-Maskottchen, die die ruhmreiche Vergangenheit als Videospiel-Klassiker weitestgehend unberücksichtigt lässt.




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