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Jim Knopf und die Wilde 13 (2019)

In der Verfilmung des gleichnamigen Buchs von Michael Ende bekommen es Jim Knopf und der Lokomotivführer Lukas mit rachsüchtigen Piraten zu tun.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Die kleine Insel Lummerland braucht einen Leuchtturm, aber für diesen ist kein Platz. Könnte nicht der Scheinriese Tur Tur (Milan Peschel) mit einer Lampe helfen? Jim Knopf (Solomon Gordon) freut sich doppelt über die Seereise zur Spiegelwüste, in der Tur Tur wohnt. Denn der Junge, der einst als Postpaket auf der Insel landete, möchte draußen in der weiten Welt auch das Rätsel seiner Herkunft lösen.

Lukas der Lokomotivführer (Henning Baum), Jim und die beiden Dampflokomotiven Emma und Molly begegnen auf offener See der Meerjungfrau Sursulapitschi (Sonja Gerhardt). Diese bittet sie, die kaputte Meeresbeleuchtung auf dem Magnetfelsen Gurumusch zu richten. Doch das klappt nicht ganz wie geplant und die kleine Lok Molly muss vorerst zurückbleiben, während Emma mit Magnetkraft zum Flugzeug wird und die Reise weitergeht.

Als Jim und Lukas mit Tur Tur und dem Halbdrachen Nepomuk zurückkehren, stellen sie fest, dass Molly von der Piratenbande "Die Wilde 13" (Rick Kavanian) entführt wurde. Nun reisen Jim und Lukas ins Kaiserreich Mandala, wo sich der besiegte Drache Frau Mahlzahn in den Goldenen Drachen der Weisheit verwandelt hat. Seinem Rat folgend stechen Jim und Lukas mit einem kaiserlichen Kriegsschiff in See, um die Wilde 13 zu suchen. Als heimlicher Passagier geht Prinzessin Li Si (Leighanne Esperanzate) an Bord, um Jim zu helfen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Nach "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" aus dem Jahr 2018 findet die Realverfilmung des zweibändigen Kinderbuchklassikers von Michael Ende nun ihre Fortsetzung. "Jim Knopf und die Wilde 13" erschien als Buch 1962 und die Filmemacher – erneut ist Dennis Gansel als Regisseur an Bord – haben wie beim ersten Teil darauf geachtet, der Fantasygeschichte einen nostalgischen Charme zu bewahren. Dennoch bietet diese ein aufregendes Abenteuer auf See und an fernen Gestaden. Diesmal nimmt es Jim mit den Piraten auf, die auf Rache sinnen, weil sie nun keine Kinder mehr an den besiegten Drachen Mahlzahn verkaufen können. Der Junge hofft auch von ihnen zu erfahren, woher er stammt.

Die Zuschauer erwartet ein Wiedersehen mit vielen beliebten Charakteren aus dem ersten Teil. Mit seinem Darsteller Solomon Gordon ist Jim ein gutes Stück gewachsen und die Beziehung zu seinem väterlichen Freund Lukas ist nun kollegialer. Eine wichtige Rolle spielt die Prinzessin Li Si, die ihren Willen gegenüber ihrem Vater durchsetzt, um Jim auf dem gefährlichsten Teil der Reise zu begleiten. Sympathien gewinnt auch der neue Charakter der fröhlichen Meerjungfrau Sursulapitschi. Wie die Meerjungfrau haben im Film, obwohl er nicht auf aufwändige Computeranimation verzichtet, auch viele Objekte – die Lokomotiven und Schiffe – und die meisten Kulissen eine materielle Gestalt. Dadurch erscheinen viele Szenen sinnlich greifbar, wie jene, in der sich Jim während eines Sturms in das Skelett kauert, das dem Piratenschiff als Galionsfigur dient.

Die überbordende Fantasie Michael Endes beim Ausmalen der verschiedenen Schauplätze wird erneut reizvoll filmisch übersetzt. Auf dem Magnetfelsen und der Insel der Piraten erkunden Jim und Lukas höhlenartige Räume, müssen sich die Kräfte der Natur zunutze machen. Eine sympathische Mischung aus handwerklich-technischem Verstand und märchenhaftem Fabulieren kennzeichnet die Erlebniswelt von Jim und Lukas.

Zwar sind gerade Jim und Lukas als ernste Charaktere auffallend nüchtern und zurückgenommen gespielt. Aber Humor entsteht, indem sie sich in Beziehung mit Skurrilem setzen. Da wären Piraten, die nicht zählen können und natürlich wieder Lokomotiven, die mit Scheinwerfer-Augen und Pfeiftönen kommunizieren. Dieser "Jim Knopf"-Realfilm sichert sich zusammen mit seinem Vorgänger eine attraktive Nische unter den Fantasyabenteuern für Kinder.

Fazit: Die Abenteuer des auf Lummerland aufgewachsenen Waisenjungen Jim gehen mit diesem Realfilm nach dem gleichnamigen Buch von Michael Ende in die zweite und letzte Runde. Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer brechen erneut zu einer weiten Reise auf und fürchten weder die Naturgewalten noch böse Piraten. Die an eigentümlichen Schauplätzen und märchenhaften Wesen reiche Fantasygeschichte ist visuell sehr ansprechend mit vielen real gefertigten Objekten und Kulissenbauten gestaltet. Dem von Dennis Gansel inszenierten Film gelingt eine einnehmende Mischung aus Spannung und nostalgischem Zauber.





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FBW: besonders wertvollEs ist fast schon ein wenig mutig, wenn sich Regisseure in diesen Tagen an die Verfilmung literarischer Vorlagen wagen, die stereotype Rollenbilder oder rassistische Klischees bedienen. Die Diskussion um das N-Wort in Pippi Langstrumpf ist [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Niederlande
Jahr: 2019
Genre: Abenteuer, Fantasy
Länge: 110 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 01.10.2020
Regie: Dennis Gansel
Darsteller: Solomon Gordon als Jim Knopf, Henning Baum als Lukas, Kao Chenmin
Verleih: Warner Bros.

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