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Resident Evil: Welcome to Raccoon City
Resident Evil: Welcome to Raccoon City
© Constantin Film

Kritik: Resident Evil: Welcome to Raccoon City (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die "Resident Evil"-Reihe zählt zu den erfolgreichsten Videospiel-Verfilmungen. Von 2002 bis 2016 entstanden insgesamt sechs Teile, immer in der Hauptrolle zu sehen: Milla Jovovich als toughe Alice, die sich den wildgewordenen Zombies in den Weg stellte. Bei "Welcome to Raccoon City" handelt es sich um die Verfilmung der ersten beiden "Resident Evil"-Videospiele. Der Film entstand Ende 2020 vor allem in Kanada.

Die Fußstapfen, in die Regisseur Johannes Roberts tritt, sind groß: Die "Resident Evil"-Filme und Videospiele werden von den Anhängern kultartig verehrt. Es gibt Fanforen, Community-Treffen sowie "Resident Evil"-Rollenspiele, außerdem wächst die Zahl der Fans durch die neuen Filme und Reboots immer weiter. Das könnte auch nach "Welcome to Raccoon City" so bleiben.

Denn Roberts‘ kurzweiliger Mix aus Zombie-Horror, Action und Sci-Fi erweist sich als Frischzellenkur für das Genre. Das liegt vor allem an den unverbrauchten, gut harmonierenden Darstellern, die die "alte Garde" um Jovovich überzeugend ersetzen. Und es liegt daran, dass der Film einen weitaus beklemmenderen, unheilvolleren Tonfall besitzt als die letzten "Resident Evil"-Produktionen von Paul W.S. Anderson. "Welcome to Raccoon City" schielt mehr in Richtung Horror als alle Vorgänger, was sich vor allem in den Jump-Scares und eben jener düsteren, packenden Grundstimmung zeigt.

Die Action ist geradlinig und kompromisslos, außerdem ist der Zeitsprung zurück ins Jahr 1998 sehr nostalgisch gehalten – mit etlichen Verweisen auf die früheren Werke. Weniger gelungen sind indes die technische Umsetzung und die Spezialeffekte. An zu vielen Stellen, gerade wenn mutierte Menschen oder Tiere ihr wahres "Gesicht" zeigen, manifestiert sich das doch eher überschaubare Budget von rund 25 Millionen Dollar. Und natürlich darf man auch in Sachen Handlungsverlauf und Dramaturgie keine Wunder erwarten. "Welcome to Raccoon City" ist ein simpler, vorhersehbarer aber dafür effektiver kleiner Sci-Fi-Actioner, der unterhalten und den Fans Freude bereiten soll. Das gelingt ihm überraschend gut.

Fazit: Simpel gestrickter und optisch nicht immer gelungener dafür aber kurzweiliger Neustart der Reihe, der über eine schauerliche Atmosphäre und deftige Acton-Einlagen verfügt.




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