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World Trade Center verschwindet auch aus Filmen

Türme erschüttern Hollywood

Der terroristische Angriff auf New York und Washington hat auch die amerikanische Filmindustrie kalt erwischt. Neben dem Verschieben von Filmen, in denen Terroristen, Bomben, Flugzeugentführungen oder Explosionen eine Rolle spielen, sehen sich immer mehr Studios gezwungen, ihre Werke umzuschneiden. Der Grund: In ihnen sind die zwei Türme des World Trade Centers zu sehen - ein Anblick, der das US-Publikum nach Meinung der Produzenten zu sehr erschüttern und von der Handlung des Films ablenken würde. So verschoben DreamWorks nun ihren Science Fiction-Film "The Time Machine" vom Weihnachtstag auf den 8. Februar. Offizieller Grund ist laut des Studios, dass "es zur Weihnachtszeit ein sehr volles Wochenende gibt. Deshalb haben wir, auch weil es ein sehr effektbeladener Film ist, The Time Machine nach hinten verschoben, um ihm eine bessere Chance im Wettbewerb zu geben. Dies ist ein großartiger Film, der erfolgreich sein wird, aber nun denken wir, dass wir einen besseren Premierentermin haben" Diese Entscheidung sei auch bereits vor den Ereignissen des 11. September gefällt worden. Laut "Daily Varitey" gibt es den Filmemachern aber auch Zeit, Szenen am Schluss von "The Time Machine" zu ändern, in denen Teile des Mondes auf Manhattan niederprasseln. Terry Press aus der Werbeabteilung von DreamWorks Pictures sieht keinen großen Aufwand auf das Studio zukommen: "Es gab keine Zerstörung von markanten Gebäuden oder Ähnliches, so dass es leicht rauszuschneiden ist."
Auch die Produzenten des Al Pacino-Dramas "People I Know" haben ein großes Problem: In der Miramax-Produktion, die in New York spielt, kommt dem World Trade Center in einer Sequenz eine große Bedeutung zu. Pacino ("An jedem verdammten Sonntag"), von Alkohol und Drogen bedröhnt, hat dort Halluzinationen: In einer Einstellung scheinen die WTC-Türme wie Raketen in den Himmel zu schießen, in einer anderen zur Seite zu kippen - Bilder, die man den Zuschauern nicht mehr zumuten will, wie Produzentin Leslie Urdrang gegenüber "Daily Variety" versicherte: "Es ist eine abstrakte, äußerst stilisierte Einstellung, die jetzt vollkommen unangemessen ist und aus dem Film entfernt werden wird. Einige andere Einstellungen der Stadt müssen wir uns noch ansehen." Doch dies ist im Moment noch nicht möglich, denn Regisseur Daniel Algrant ("Naked in New York") konnte bisher noch nicht in den Schneideraum zurückkehren, der in der abgesperrten Nähe des Trümmerfeldes liegt.
Aus der Miramax-Komödie "Serendipity" mit Kate Beckinsale ("Pearl Harbor") und John Cusack ("High Fidelity"), die am 5. Oktober auf die US-Leinwände gebracht wird, und aus der eine Woche früher startenden Paramount-Komödie "Zoolander" mit Ben Stiller ("Meine Braut, ihr Vater und ich") werden ebenfalls Bilder des World Trade Centers entfernt. Die Walt Disney Company hat ihre Komödie "Bad Company" mit Chris Rock ("Einmal Himmel und zurück") und Anthony Hopkins ("Hannibal"), die ursprünglich im Dezember in die Kinos kommen sollte, auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Inhalt des Films um auf dem Schwarzmarkt gehandelte nukleare Sprengkörper wurde als zu heikel angesichts der aktuellen Geschehnisse empfunden. Man sehe "den Film nun mit neuen Augen", verriet ein Mitglied der Produktion, und habe entschieden, "dass er als eine Weihnachtspremiere nicht angemessen ist."


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