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Fluch Der Karibik: Fremde Gezeiten
Fluch Der Karibik: Fremde Gezeiten
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Teil 4: Fluch der Karibik: Fremde Gezeiten (2011)


Nicht so gut wie der erste, aber auch längst nicht so verworren und verquollen wie 2 und 3: "Pirates 4" bietet beste Unterhaltung, mit ebensoviel positiven Überraschungen wie Makeln – zwar ist der Humor verwässert, das neue Quotenpaar lächerlich, der Plot holprig und auch Non-Stop Action kann durchaus langweilen... dafür gibt's dann aber die bisher beste Verfolgungsjagd per Kutsche (durchs London des 18. Jahrhundert), Meerjungfrauen – von der biestig-bissigen Sorte – Penélope Cruz statt Keira Knightley und vor allem mehr Jack Sparrow, kombiniert mit mehr Barbossa. "Deadwood"-Star Ian McShane bekommt leider nicht viel zu tun: Er gibt hier den plakativen Finsterling Captain Blackbeard, wesentlich zahmer als sein unvergleichlicher Western-Antiheld.
Alle vier wetteifern mit einem namenlosen Spanier um den legendären Jungbrunnen ("Fountain of Youth" im Original). Und das war's auch schon an Handlung. Für ein weitgehend vernügliches Abenteuer, konsequent beschallt mit Hans Zimmers Ohrwurm zum Thema, reicht es allemal. Cruz' bloße Präsenz stellt Knightley mühelos in den Schatten (nichts gegen Knightley – aber spätestens ab Teil 2 nervt die eben noch hochwohlgeborene Tochter und plötzlich behauptete Seeheldin dann doch sehr…). Jack Sparrow, ohnehin immer am Rande der Selbstkarikatur schwankend, torkelt nach wie vor immer mit ein bisschen mehr Hinterlist, als man ihm zutraut, durch die morastige Handlung. Barbossa bekommt mit einem Holzbein das klassische Piraten-Update und bringt wie gewohnt die notwendigen "aarhghs" und "grrrs".
Für einige Längen sorgt allerdings die sinnlos zusammengepappte, klebrig-kitschige Romanze zwischen einem grandios deplatzierten Missionar an Bord des finsteren Blackbeard (beziehungsweise dessen Schiffs, der "Queen Anne's Revenge") und einer aus unerfindlichen Gründen milde gestimmten Seejungfer. Ein völlig überflüssiges Eigentor für Disney: Die Tatsache, dass die Pirates-Reihe - welche tatsächlich nur auf einer Disneyland-Bahn beruht - überhaupt funktioniert, liegt an Depps eigener schräger Dandy-Version des klassischen Freibeuters, die gleichermaßen bei 12jährigen wie bei Menschen jenseits der zwanzig funktioniert. Und spätestens ab Teil 2 wird deutlich, dass die Schnuckelromanze zwischen Knightley und Bloom für den Plot absolut nicht notwendig, wenn nicht sogar hinderlich ist. 3D macht das Ganze (abgesehen von den ersten zwanzig Minuten in London) auch kaum besser, da die Effekte nicht immer plausibel eingesetzt werden – beispielsweise mit Ästen und Kram vor dem jeweils herausragenden Objekt.
Nichtsdestotrotz kann man mit dem Film viel Spaß haben, sofern man Teil 1 möglichst ausblendet und den Maßstab an den letzten beiden anlegt. Rush und Depp spielen ihre Rolle inzwischen auf Autopilot – im positiven Sinne – McShane hat nicht viel zu tun, aber wirkt wie immer durch Präsenz (unterstützt durch einen aufwändigen Bart), und Cruz bringt zumindest den Ansatz eines echten weiblichen Charakters mit.
Anspruchsloses Abenteuer ahoi!





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