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Terminator: Genisys
Terminator: Genisys
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Terminator: Genisys (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"I`ll be back" - dieser Ausspruch von Schwarzenegger in der Rolle, die ihm 1984 zu Weltruhm verhalf, gehört zu den bekanntesten Filmzitaten und ging in Popkultur ein. Zwölf Jahre nach Teil drei macht er diesen legendären Oneliner erneut wahr und kehrt zurück als T-800. Die Produktionskosten des von Alan Taylor ("Thor 2", "Game of Thrones") inszenierten Films beliefen sich auf rund 170 Millionen Dollar. Das produzierende Filmstudio Paramount plant mit diesem offiziell fünften Teil des Franchise den Startpunkt einer neuen Trilogie, die 2018 ihren Abschluss finden soll. Interessant: zum ersten Mal in der Geschichte wurde mit "Terminator: Genisys" ein Film der Reihe ab zwölf Jahren freigegeben.

Das große Problem des neuen Terminator-Films ist sein konfuses, zum Teil hanebüchenes Drehbuch, das für reichlich Verwirrung sorgt und die ursprüngliche - noch recht einfache - Handlungslogik und Storyline ad absurdum führt. Hier verwischen die Zeiten und es verschwimmen Film-Gegenwart und -Vergangenheit auf derart kopflose Weise, dass man als Zuschauer schon sehr aufmerksam am Ball bleiben muss, um den Anschluss nicht zu verlieren. Und so verbringen die Figuren auch sehr viel Zeit damit, die unterschiedlichen (mitunter arg unlogischen) Twists, veränderten Zeitebenen und Paralleluniversen zu erklären, um sie dem Betrachter plausibel und nachvollziehbar erscheinen zu lassen.

Das ist schade, denn hätte man auf darauf verzichtet und eine intelligentere Lösung ohne all die Erklärungen und (fast schon) Rechtfertigungen der Figuren gefunden, hätte Teil fünf ein großartiges Werk werden können. Denn die Stärken des Films sorgen für ungläubiges Staunen und dürften jeden Fan der Reihe zufrieden stellen: Die durchgestylte, konsequent düstere Optik passt sich perfekt den dreckigen, eindrucksvoll-brachialen Action-Einlagen an. Diese - ebenso wie der Look der Figuren - stammen zwar alle aus dem Hochleistungsrechner und lassen ein wenig den Charme des Unperfekten vermissen, die noch den ersten Teil auszeichnete.

Dennoch: die Action-Szenen überzeugen vollends und machen viel Laune. Highlight: die rasante, atemlose Bus-Verfolgungshatz über die Golden Gate Bridge. Einen Reiz machen zudem die vielen Verweise und Zitate aus, mit denen Regisseur Taylor seinen Film gespickt hat und damit den (vor allem ersten beiden) Filmen seinen Tribut zollt. Kenner der Reihe werden unzählige bekannte Motive, Zitate und Szenen aus der Terminator-"Filmgeschichte" wiedererkennen und daran ihre helle Freude haben. Darstellerisch vermag der Film auch zu überzeugen, abgesehen von der Britin Emilia Clarke. Diese geht aufgrund ihrer fehlenden körperlichen Präsenz und Untauglichkeit zur Kampf-Amazone fast schon als Fehlbesetzung durch und hat dem Ausdruck einer Linda Hamilton als Sarah Connor in den ersten Filmen, nicht viel entgegenzusetzen hat.

Noch ein Wort zu Schwarzenegger: trotz (oder gerade wegen) seiner 67 Jahre hat dieser seine helle Freude daran, nicht nur sein Alter sondern auch das Image der wortkargen, emotionslosen Maschine ordentlich durch den Kakao zu ziehen.

Fazit: Famose Action, konsequent düsterer Look und ein bestens aufgelegter Schwarzenegger. "Terminator: Gensisys" hätte ein Blockbuster-Highlight 2015 werden können - wenn bloß die unnötig verkomplizierte Story und das allzu verschachtelte, wirre Drehbuch nicht wären.




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